Bei Sanierungen soll auf den Hauptverkehrsstraßen neuer Asphalt verwendet werden

Lärmaktionsplan wird öffentlich ausgelegt

Der Nordring ist stark durch Verkehr belastet.  Foto: dr

Wildeshausen - Die Stadt Wildeshausen wird in den kommenden Wochen einen Lärmaktionsplan für die Stellungnahmen von Bürgern und Trägern öffentlicher Belange auslegen. Die Politik hat das Werk am Mittwochabend zur Kenntnis genommen und wird es nächste Woche im Verwaltungsausschuss freigeben. Wie berichtet, gehen die Gutachter des Ingenieurbüros Lärmkontor aus Hamburg davon aus, dass rund 1 000 Menschen in Wildeshausen stark von Verkehrslärm betroffen sind. Das betrifft insbesondere Anwohner in Aumühle und der Wiekau, die Lärm von der Autobahn erleiden müssen. Das gilt aber auch für Anwohner der Harpstedter Straße und des Nordringes. Wobei Gutachter Carsten Kurz im Bauausschuss für den Nordring feststellte, dass die vom Land zur Verfügung gestellten Daten offenbar gar nicht aktuell sind. „Ich bin dort entlanggefahren und gehe jetzt davon aus, dass es sich dort nicht um so lauten Asphalt handelt, der da verbaut wurde.“

Viele Kommunen sind im Rahmen der EU-Umgebungslärmrichtlinie derzeit zur Erstellung eines Lärmaktionsplanes verpflichtet. Die Nachfrage der Ausschussmitglieder, ob aus den erhobenen Daten ein Rechtsanspruch auf Lärmschutz abzuleiten ist, wurde vom Gutachter verneint. Zwar sei Lärm laut Definition der Weltgesundheitsorganisation das zweitgrößte Umweltproblem, doch es sei jetzt nicht so, dass Missstände sofort behoben werden müssten. „Es ergeben sich aus der Untersuchung Handlungsaufträge an Straßenbaulastträger“, erklärte Fachbereichsleiter Hans Ufferfilge den Politikern. Das gelte beispielsweise dann, wenn Straßensanierungen anstehen und lärmmindernder Asphalt verwendet werden könnte. Der Lärmaktionsplan sei zwar für die Hauptverkehrsstraßen gedacht, doch die Stadt könne natürlich auch über entsprechende Maßnahmen auf Gemeindestraßen nachdenken.

Das sah auch Rainer Kolloge (UWG) so. „Der Verkehrsaktionsplan geht sonst an den Bürgern vorbei“, meinte er. „Die meisten Bürger sind von Lärm betroffen, beispielsweise auf den innerstädtischen Umgehungsstraßen, aber das zählt hier ja gar nicht.“

Interessant könnte der Plan dennoch für weitere Entwicklungen sein, denn in dem Gutachten werden sogenannte ruhige Gebiete ausgewiesen, die unbedingt vor mehr Lärm geschützt werden sollen. Dazu gehören das Pestruper Gräberfeld, das Naherholungsband Hunte und die Glaner Heide. Angesichts von konkreten Planungen, in der Glaner Heide Windenergieanlagen zu errichten, muss dieses Gebiet noch einmal genauer betrachtet werden.  dr

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