Nicht nur bei Großveranstaltungen wächst die Belastung an der Glaner Straße

Lärm und Müll: Anwohner am Krandel sind genervt

In diesen Tagen wird das riesige Zelt für das Oktoberfest auf dem Krandelparkplatz aufgebaut. - Foto: Rohdenburg

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Auf dem Parkplatz des Wildeshauser Krandelstadions fahren schwere Laster vor, Monteure richten Gerüste auf, hämmern und sägen. Die Arbeiter rufen sich Kommandos zu. Am Wochenende wird dort in einem riesigen Zelt das Oktoberfest gefeiert. Nicht die erste Großveranstaltung in diesem Jahr. Die Anwohner reagieren deshalb und wegen weiterer Lärmbelastungen zunehmend verärgert.

„Das Maß ist voll“, sagt Simone Behrens zu Bürgermeister Jens Kuraschinski. Der hat seine Sprechstunde am Montagabend auf den Platz vor dem Zeughaus der Gilde verlegt und notiert sich, was die Anwohner zu sagen haben.

Es gibt einiges, was die Hausbesitzer entlang der Glaner Straße nervt. Die Großveranstaltungen im Krandel gehören dazu. Damit ist nicht das Gildefest gemeint, auch die Fußballspiele sind kein Problem. Schließlich soll die Anlage von den Bürgern genutzt werden.

Doch mittlerweile wird auf dem Parkplatz nicht nur einmal jährlich zu Pfingsten groß Party gemacht . So feierte der VfL Ende Juli seinen 125. Geburtstag mit dem Auftritt von Kaya Yanar und mit der Sport-Gala. Jetzt, sechs Wochen später, sind die Arbeiter erneut tagelang damit beschäftigt, ein riesiges Zelt aufzubauen. In der Regel beginnen sie am Montag vor dem Fest und bauen täglich bis in die Abende hinein auf.

„Wir fragen uns, warum solche Veranstaltungen nicht in der Widukind-Halle stattfinden können“, sagt Angelika Smula. Zu dem Lärm, der die Gläser in den Schränken klirren lasse, komme auch der Müll, der nicht nur bei Festen auf der Straße vor dem Krandel verteilt werde. „Oft liegen dort auch Regale, Farbeimer und Sitzmöbel“, so Smula. „Wir rufen dann bei der Stadt an. Aber es wird immer mehr.“

„Besser wäre es, schon zu verhindern, dass dort Müll abgelagert wird“, meinte Kuraschinski, der sich auch notierte, dass offenbar gerade in den Sommermonaten viel nächtlicher Lärm vom Krandelheim und dem Zeughaus der Gilde zu den Anwohnern dringt. „Die Leute sind dort bis spät in die Nacht draußen“, so Behrens. Es werde gefeiert und immer wieder auch die Lautsprecheranlage des Stadions betätigt. „Wir haben einfach die Befürchtung, dass das immer mehr wird“, ergänzt Jürgen Smula. „Wir freuen uns mittlerweile schon über Starkregen am Wochenende“, sagt er sarkastisch. „Dann ist es wenigstens ruhig hier.“

Ganz ruhig würde es aber auch dann nicht werden, denn vor den Häusern verläuft mit der alten Betonstraße eine Fahrbahn, die zur Zeit der Kaserne als Panzerstraße Sinn machte, nun aber für viel Lärm sorgt. Seit mehr als zehn Jahren fordern die Anwohner einen neuen Belag und verkehrsberuhigende Elemente. „Sobald die Autofahrer von der Ahlhorner Straße abbiegen, wird Gas gegeben“, so ein Anwohner.

„Das kann überprüft werden“, kündigte Kuraschinski an. „Der Landkreis kann dort ja mal scharf messen. Aber bitte beschweren Sie sich nicht, wenn Sie davon auch betroffen sind.“

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