„Sieben Fragen“ zur Landtagswahl

Renate Geuter: „Ländlichen Raum stärken“

Renate Geuter

Wildeshausen - Im Vorfeld der Landtagswahl am 15. Oktober beantworten die Kandidaten im Wahlkreis 66 Cloppenburg-Nord, zu dem Wildeshausen und Großenkneten gehören, politische und persönliche Fragen unserer Zeitung. Heute ist die SPD-Landtagsabgeordnete Renate Geuter an der Reihe:

Frau Geuter, nach aktuellen Ausbauplanungen soll fast allen Haushalten im Landkreis Oldenburg eine Internetbandbreite mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. Reicht das aus? Was für Maßnahmen sind in den kommenden Jahren nötig, um das Internet auszubauen?

Der Breitbandausbau muss Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge werden, damit Land und Kommunen mehr Steuerungsmöglichkeiten bekommen. In unserem ländlichen Raum haben die Mechanismen des Marktes beim Ausbau der digitalen Infrastruktur ihre Wirkung verfehlt. Wir brauchen daher für die Zukunft transparentere und flexiblere Fördermöglichkeiten, gerade auch für die Standortsicherung der ansässigen Unternehmen. Den geplanten Ausbau mit 50 Mbit sehe ich nur als einen Zwischenschritt an. Das Ziel muss mittelfristig der flächendeckende Glasfaserausbau bis zur Haustür in einer Bandbreite von deutlich über 100 Mbit sein. Gleichzeitig sind auch sämtliche weiße Flächen im Mobilfunknetz zu schließen mit schnellen und sicheren LTE-Netzen.

Sehen Sie in den rund 2 000 Flüchtlingen, die derzeit im Landkreis Oldenburg leben, eher eine Chance oder ein Risiko? Warum?

Die Flüchtlinge, die hierbleiben dürfen, sind zeitnah gut zu integrieren. Einige Städte und Gemeinden stehen dabei vor besonders hohen Herausforderungen. Gerade im Landkreis Oldenburg war dabei bisher das herausragende ehrenamtliche Engagement in diesem Bereich eine große Hilfe. Wenn die gesellschaftliche und wirtschaftliche Integration gelingt, können Flüchtlinge auch zur Behebung des Fachkräftemangels und damit zur positiven Entwicklung unserer Region beitragen. Integration als große gesellschaftliche Herausforderung geht aber gerade hier im Landkreis Oldenburg weit über das Thema Flüchtlinge hinaus.

Was sind die Themen, die Ihnen am Herzen liegen?

Für mich ist es besonders wichtig, mich in Hannover dafür einzusetzen, dass unser ländlicher Raum sich zukunftsfähig aufstellen kann und dafür die nötige Unterstützung des Landes bekommt. Um das Angebot an bezahlbarem Wohnraum im Landkreis Oldenburg zu verbessern, setze ich mich daher dafür ein, dass die Wohnbauförderprogramme auch die Besonderheiten unseres ländlichen Raumes berücksichtigen, damit auch unsere Kommunen daran partizipieren können. Auch für den Erhalt und den Ausbau einer wohnortnahen sozialen Infrastruktur in den Bereichen Gesundheit und Pflege sind die bisherigen Rahmenbedingungen zu überprüfen und zu verbessern.

Beschreiben Sie bitte die Kern-Interessen des Landkreises Oldenburg, die Sie auf Landesebene vertreten wollen.

Als Arbeiterkind sind mir sichere und fair bezahlte Arbeitsplätze in meinem Wahlkreis ein besonderes Anliegen.

Wie war der Name Ihres ersten Haustieres? Und was war es für ein Tier?

Mieze, eine Katze.

Erzählen Sie bitte einen Witz.

„Warum“, fragt ein Löwe im Tierpark seinen stark abgemagerten Artgenossen „bekomme ich eigentlich jeden Tag Fleisch und du nur Eicheln?“ „Das ist die bescheuerte Bürokratie hier“, mault der andere Löwe, „ich sitze auf der Planstelle von einem Wildschwein.“

Wenn Sie zu diesem Zeitpunkt eine Biografie über Ihr Leben schreiben müssten, was für einen Titel hätte das Buch?

Engagiert für die Menschen unserer Region.

Alle Kandidaten, alle Ergebnisse

Die weiteren Kandidaten im Wahlkreis und die Ergebnisse am Wahlabend finden Sie in unserem Überblick.

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