Speelkoppel des Heimatvereins Düngstrup: Theaterpremiere vor ausverkauften Haus

Lacher ab der ersten Minute

Vier Türen deuten es an: Bald wird es auf der Bühne turbulent zugehen. Hier bringt Paul (r.) Willi auf schlechte Ideen.

Düngstrup – Ausverkauftes Haus gleich am ersten Abend: „Das hatten wir noch nie“, sagt ein erfreuter, allerdings auch leicht nervöser Spielleiter Uwe Meyenburg. Hinter der Bühne, verrät er, liegen die Nerven blank. 189 Zuschauer hatten sich am Sonnabendabend erwartungsfroh auf dem Saal der Gaststätte Schönherr Düngstrup eingefunden: Denn die „Speelkoppel“ des örtlichen Heimatvereins spielte die Premierenaufführung ihres neuen Stücks „De Leev, de Frust, de Schwiegermudder“. Woher kommt der gute Zuspruch? „Wir sind einfach zu gut“, sagt Meyenburg und lacht dann doch.

Wenig später steht er auf der Bühne, begrüßt die Gäste und erläutert den Inhalt des Stücks, das mit drei Akten und zwei Pausen knapp drei Stunden dauern soll. Das Publikum ist gespannt: Aus dem benachbarten Visbek etwa sind rund 20 Mitglieder des dortigen Heimatvereins angereist. Hella Einemann-Gräbert (die an der BBS Plattdeutsch anbietet) hat für die Aufführung in Düngstrup auf den Auftritt des Beschwerdechors „De Meckertring“ in Neerstedt verzichtet. Sie begrüßt es, dass durch solche Veranstaltung des Kulturgut Niederdeutsche Sprache erhalten bleibt. Ludgerus Berlage aus Ahlhorn freut sich ebenfalls auf die Aufführung. Er hatte sich gleich zu Vorverkaufsbeginn um ein Ticket bemüht und anderthalb Stunden dafür angestanden, berichtet er.

Dann aber lichtet sich der Vorhang, und das amüsante Stück beginnt: Willi und Giesela Eiermann (Dirk und Ina Depken), kurz vor der Silberhochzeit, kriegen sich in die Haare. Sie entscheiden sich, unabhängig voneinander, über das Internet nach amourösen Abenteuern Ausschau zu halten. Schützen- und Formulierhilfe erhält Willi von seinen Freund Paul (Werner Hagelmann), Giesela von Pauls „Ex“ Paula (Beate Meyenburg). Doch nicht nur laufen die Online-Annoncen aus dem Ruder, auch geben die beiden, an sich kreuzbraven, Eheleute dummerweise ihre Privatadresse mit an.

Letzteres macht sich Gauner Ede (Marek Schwarting) zunutze. Dass auch noch der „heiße Feger“ Lolita (Jenifer Weber) und ihr männliches Gegenstück Günter Wimmer (Christoph Meyer) sowie Pauls Schwiegermutter Ilse Snickenbarger (Ingrid Sander) auftauchen, macht die Sache zunehmend turbulenter. Und so nimmt das Unheil auf der Bühne seinen Lauf – ganz zum Vergnügen des Publikums, das von Anfang an herzlich mitlacht und bereits nach wenigen Minuten mit Szenenapplaus aufwartet.

Ein schlechte Nachricht zum Schluss: Wer bislang keine Karte für die „Speelkoppel“ sein Eigen nennt, wird ganz auf diesen Düngstruper Theatergenuss verzichten müssen: Denn auch die vier noch anstehenden Aufführungen sind bereits restlos ausverkauft.  fra

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