Wildeshauserin wundert sich: Konfirmandenpost verschwunden

Kuvert mit Geld nie angekommen

Geld für Konfirmanden per Post: Nicht immer kommt das Kuvert dort an, wo es hin soll. Foto: dpa

Wildeshausen – „Habt ihr meine Konfirmationskarte mit Geld bekommen, die ich geschickt hatte?“ Diese Frage ließ Stefanie Hakemann aus Wildeshausen kürzlich stutzen. Denn in der Tat war von der betreffenden Person keine Post für Tochter Hilda im heimischen Briefkasten gelandet. „Könnte es sein, dass das bei uns häufiger passiert ist?“, zweifelte die Mutter und erkundigte sich vorsichtig bei Menschen, die potenziell infrage kamen, eine Karte mit Glückwünschen zu schicken. Sie wurde fündig. „Ich weiß von zwei Personen aus Neerstedt, die ihre Karten in der Poststelle abgegeben haben und von denen bei uns nichts angekommen ist“, berichtet sie. Auch in Wildeshausen sei eine Karte in der Poststelle abgegeben worden und nie bei der Tochter gelandet. Eine Freundin aus Hude habe ebenfalls vergeblich eine Karte geschickt. Zu guter Letzt erfuhr Stefanie Hakemann, dass auch die Volksbank einen Gutschein an die Konfirmandin gesandt hatte, der nie die Adresse erreichte.

„Wir wissen jetzt gar nicht so genau, wer uns etwas zugeschickt hat“, stellt Hakemann fest. Am 11. Mai war die Konfirmation in der Alexanderkirche, und ein paar Wochen danach sei es üblich, sich für Geldgeschenke zu bedanken. „Auf der anderen Seite ist es unangenehm, bei Leuten zu fragen, ob sie etwas geschickt haben und dann zu erfahren, dass von dort gar nichts geplant war oder es einfach vergessen wurde“, schildert Hakemann ihre vorsichtigen Recherchen. Sie weiß derzeit mit Sicherheit von fünf Karten, die nicht bei ihrer Tochter angekommen sind. „Wo sind sie verloren gegangen?“, fragt sie und ahnt, dass sie es wohl nie erfahren wird.

Jens-Uwe Hogardt, Pressesprecher der Deutschen Post AG, macht gegenüber unserer Zeitung deutlich, dass es bei Briefen keine Möglichkeit gibt, einen Nachforschungsauftrag zu stellen. Es sei schlicht nicht machbar, den Weg eines einzelnen Briefes zu kontrollieren, der nicht in irgendeiner Weise versichert sei. Hogardt stellt aber auch unmissverständlich fest: „Geldscheine in Standardbriefen sind vom Versand ausgeschlossen.“ Besonders unklug sei es, auf einen Briefumschlag zu schreiben, dass ein Konfirmand der Adressat sei.

Verluste bei Geldsendungen in der Konfirmationszeit sind auf jeden Fall nicht selten. So warnt das niedersächsische Landeskriminalamt vor Briefdiebstahl in den Monaten April und Mai. Verwandte, Freunde, Bekannte oder Nachbarn würdigten diesen Anlass meist mit einem Kuvert, das mit beträchtlichen Geldgeschenken versehen sei, teilt die Einrichtung in Hannover mit. Leider lande aber nicht jeder Brief beim Adressaten, da diese Geldbriefe manchmal gezielt aus den Briefkästen „gefischt“ würden.

Zu den „Tipps für eine glückliche Konfirmation“ zähle unter anderem, dass Gratulanten die Glückwunschpost möglichst persönlich übergeben sollten, hieß es. Außerdem sei es hilfreich, wenn zur Kirchenzeit jemand zu Hause sei, um Geschenke anzunehmen. Das diene auch als Schutz vor Einbrechern. Werde ein Briefdiebstahl vermutet, sollten die Betroffenen unbedingt Anzeige bei der zuständigen Polizeidienststelle erstatten.

Eine Alternative wäre es auch, einen Geldbetrag zu überweisen. „Aber ich frage doch nicht jeden Konfirmanden nach seiner Kontonummer“, betont Hakemann. Nun wäre sie froh, zu erfahren, ob es in Wildeshausen in diesem Jahr anderen ähnlich ergangen ist, dass Konfirmationskarten nicht angekommen sind.  dr

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