Politik begleitet Projekt positiv, gibt aber keine Kostenzusage

Kurs Kunstrasenplatz im Krandel

Zu wenig Strahlkraft: Matthias Ruhle (links) vom VfL erläutert die Probleme mit den Flutlichtmasten.
+
Zu wenig Strahlkraft: Matthias Ruhle (links) vom VfL erläutert die Probleme mit den Flutlichtmasten.

Wildeshausen – Die Chancen darauf, dass die Stadt Wildeshausen im Krandel einen Kunstrasenplatz mit den dafür benötigten drei zusätzlichen Flutlichtmasten erhält, sind seit Mittwochabend deutlich gestiegen. Nach vielen vergeblichen Anläufen in den vergangenen Jahren gibt es nun ein Signal aus der Politik, das Projekt positiv zu begleiten – und voraussichtlich 300 000 Euro dafür zur Verfügung zu stellen.

Das wiederum ist die Voraussetzung dafür, dass der VfL Wittekind Wildeshausen Förderungen vom Landessportbund sowie dem Landkreis Oldenburg beantragen kann. Als Stichtag gilt der 31. August, um Mittel für das kommende oder das übernächste Jahr zu erhalten. Eile ist schon deshalb geboten, weil das Land nur noch für die nächste Förderung über zusätzliches Geld verfügt, das aus Strafzahlungen des VW-Konzerns stammt.

Das Projekt Kunstrasenplatz war erneut auf die Tagesordnung gekommen, weil Ende des Jahres mehrere Unternehmer aus Wildeshausen ihre finanzielle Unterstützung signalisiert hatten. Nach Angaben von Matthias Ruhle, Fußballabteilungsleiter des VfL Wittekind, gibt es eine Zusage über 150 000 Euro zu den Gesamtkosten von rund 750 000 Euro. Volker Schröder ermunterte als einer der Initiatoren die Ausschussmitglieder, mit dem Kunstrasenplatz Wildeshausen attraktiver zu machen.

Ortsbegehung vor der Sitzung

Einige Ratsmitglieder hatten sich vor der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Tourismus, Sport und Kultur einen persönlichen Eindruck von den Problemen des VfL mit seiner Flutlichtanlage vor Ort verschafft. Wie berichtet, mussten die bisherigen Masten nach technischen Problemen abgebaut und neue errichtet werden. Ruhle erläuterte, dass die von den Stadtwerken Bremen installierte Technik zwar zur besten im Landkreis Oldenburg gehöre, aber einer der Plätze einfach zu dunkel sei. Deswegen sei es aus Versicherungsgründen schwierig, diesen voll zu nutzen.

Die Investition in Kunstrasen und weitere Flutlichter, biete eine Perspektive für die Zukunft, so Ruhle im Ausschuss. „Hauptprofiteure sind Kinder und Jugendliche, die an den Verein gebunden werden.“ Wegen der Witterung, des hohen Grundwasserspiegels unter der Anlage sowie der frühen Dunkelheit fallen derzeit beim VfL rund dreieinhalb Monate Spiele und Trainingseinheiten im Winter aus.

Platz kann bis zu 20 Jahre halten

„Wir haben 1 080 Trainingsausfälle jährlich“, fasste Ruhle zusammen. Er rechnete zudem aus, dass ein Kunstrasenplatz nur zwei Drittel der Kosten eines Naturrasenplatzes verursacht. Er sei rund um die Uhr nutzbar und berge ein geringeres Verletzungsrisiko für die Spieler. Wenn das gegen das UV-Licht anfällige Grün zeitweise abgedeckt werde, könne es bis zu 20 Jahre halten.

Auch die Umweltfreundlichkeit des Platzes hat sich nach Ruhles Angaben verbessert. Mittlerweile gebe es ökologische Modelle, die nur mit Quarz behandelt würden. Mikroplastik falle deshalb in der Umgebung kaum mehr an.

Die Kostenkalkulation des VfL sieht vor, dass die Stadt 300 000 Euro zahlt, dazu kommen Zuschüsse vom Landessportbund und dem Landkreis (je 100 000 Euro), 150 000 Euro von Unternehmen, ein Eigenanteil in Höhe von 75 000 Euro und Spenden in Höhe von 25 000 Euro. Mit dem Geld, so Ruhle, sei es auch möglich, die drei benötigten Flutlichtmasten zu installieren.

Laut Kämmerer Thomas Eilers könnte das Projekt ab dem Jahr 2023 im Haushaltsplan veranschlagt werden. Er gehe davon aus, dass die Stadt aber schon jetzt Überschüsse haben werde. „Wir müssen nicht ,Land unter‘ annehmen“, erklärte er.

Dennoch wollte Rainer Kolloge (UWG) bei grundsätzlicher Unterstützung für das Projekt noch keine Finanzierung versprechen. Man könne nicht, wenn kein Geld für den Ausbau der Hauptschule zur Verfügung stehe, einen Kunstrasenplatz mit Krediten finanzieren. Auch Jens-Peter Hennken (CDW) sieht den grundsätzlichen Bedarf für einen Kunstrasenplatz, mahnte aber, die Finanzen im Blick zu behalten. Matthias Kluck (SPD) forderte, den „Turbo einzuschalten“. Man müsse in Bildung und Sport investieren.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Leidenschaft reicht nicht: Fehlstart nach Hummels-Eigentor

Leidenschaft reicht nicht: Fehlstart nach Hummels-Eigentor

Bescheidener Auftritt: DFB-Frauen nur 0:0 gegen Chile

Bescheidener Auftritt: DFB-Frauen nur 0:0 gegen Chile

Biathlon: Der Kader der deutschen Damen für die Saison 2021/22

Biathlon: Der Kader der deutschen Damen für die Saison 2021/22

Biathlon: Der Kader der deutschen Herren für die Saison 2021/22

Biathlon: Der Kader der deutschen Herren für die Saison 2021/22

Meistgelesene Artikel

Sechs neue Corona-Infektionen in Wildeshausen

Sechs neue Corona-Infektionen in Wildeshausen

Sechs neue Corona-Infektionen in Wildeshausen
Wird ehemaliges Feuerwehrhaus vorübergehend zu einer Markthalle?

Wird ehemaliges Feuerwehrhaus vorübergehend zu einer Markthalle?

Wird ehemaliges Feuerwehrhaus vorübergehend zu einer Markthalle?

Kommentare