Verbraucher wenden sich mit vielen Fragen zur Fleischqualität an die heimischen Betriebe

„Kunden haben Vertrauen zu uns“

Clemens und Daniela Thale bieten Fleisch von regionalen Erzeugern an.

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (dr) · „Wir halten zusammen – auch in gefährlichen Zeiten“, sagt Rainer Lütkefels, Wildeshauser Fleischermeister im Betrieb „Wilke“ an der Westerstraße. Die gefährlichen Zeiten sind da. Dioxinbelastetes Fleisch ist in den Handel gekommen. Doch die Fleischermeister Lütkefels, Clemens Thale und Andreas Tonn setzen die Qualität ihrer Waren dagegen.

Alle drei können nicht nur versichern, dass das Fleisch bei ihnen in der Theke unbelastet ist. Sie kennen auch die Betriebe, in denen die Schweine und Rinder gestanden haben. „Das ist eine Kette, die wir bis ins kleinste Detail nachvollziehen können“, so Lütkefels, der seine Tiere aus dem Cloppenburger Raum bezieht.

Clemens Thale und Andreas Tonn haben einen gemeinsamen Schlachtbetrieb an der Düngstruper Straße. „Die Tiere kommen aus unserer Region“, so Clemens Thale. „Wir kennen die Bauern“, ergänzt Andreas Tonn. „Zu denen haben die Menschen Vertrauen.“

Die extrem niedrigen Fleischpreise der Supermärkte können und wollen die heimischen Meisterbetriebe nicht mitmachen. „Wir sind Handwerker. Wir bilden aus und bezahlen keine Dumping-Löhne“, so Andreas Tonn, der in diesen Tagen größeren Kundenzuspruch in seinem Geschäft verzeichnet.

Eine derartige Entwicklung kann Clemens Thale nicht bestätigen. Viele Kunden würden aber gezielt nachfragen, ob das Fleisch „sauber“ sei. „Kein Problem“, sagt Thale. „Wir können die Leute zufrieden stellen.“ Er zeigt in diesem Zusammenhang ein Schreiben einer Mischfuttergesellschaft, die bestätigt, „dass wir keine Futteröle von Harles & Jentzsch bezogen haben“. Es gebe keinerlei Geschäftsbeziehungen.

Auch Lütkefels hat einen Zettel für die Kunden vorbereitet. „Wir haben tägliche Nachweise über die Veterinäre im Schlachtbetrieb, dass die Tiere in Ordnung sind.“ Er selbst habe seine Mitarbeiter geschult, „damit sie Rede und Antwort stehen können“. Die kriminellen Futterpanscher, so Lütkefels, sollte man ganz hart bestrafen.

Eine massive Kaufzurückhaltung können die heimischen Betriebe auf jeden Fall nicht feststellen. „Ich hoffe, dass die Kunden verstärkt auf Fachfleischereien setzen“, so Thale, der zudem einen Partyservice anbietet. „Da können wir zum Beispiel keinen Rückgang bei der Zahl der Hähnchenkeulen beobachten, die geordert werden.“

Eine „deutlich erhöhte Nachfrage“ nach Bio-Fleisch registriert zurzeit der Betrieb Bakenhus Biofleisch in Großenkneten. „Bei Hähnchen- und Putenbrust wird es knapp“, so der Geschäftsführer Rainer Breuer. Er rechnet damit, dass der gestiegene Bedarf nur „eine Blase“ ist. „Wir haben zurzeit Kunden, die wir Jahre nicht mehr gesehen haben“, erzählt er. „Es wäre schön, wenn diesmal ein paar dauerhaft bleiben würden.“ Mit Preiserhöhungen wegen des gestiegenen Bedarfs rechnet Breuer nicht. Dennoch werden die Preise steigen, weil Futtergetreide deutlich teurer geworden ist. „Das zeigt sich dann ab Februar.“

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