Künstler des Blaumeier-Ateliers stellen aus

Der Unterschied ist nicht sichtbar

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Sechs Blaumeier-Künstler stellen in der Galerie aus (v.l.): Beate Wörner, Savas Özbe, Cornelia Koch, Malu Thören und Christian Gau. Auf dem Bild fehlt Peter Völker.

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff. Wie kommt man von Ebbe und Flut auf Kunst, und was hat Bud Spencer mit Fußballspielern zu tun? Die neue Ausstellung „Tidenhub XIII“ in der Galerie Wildeshausen, in der sechs Künstler des Bremer Blaumeier-Ateliers seit Freitagabend einige ihrer Werke zeigen, gibt Antworten auf diese Fragen.

„Mich faszinieren starke Männer“, sagt Savas Özbe, der zwischendurch immer wieder herzhaft lacht, während er darüber spricht, wie er zur Kunst, zur Malerei und zu seinen Motiven kam. Er sei ausgesprochener Bud Spencer-Fan, Fußball dagegen war bis vor kurzem noch nicht seine große Leidenschaft. „Höchstens mal auf der Playstation“, meint Özbe.

Doch seine Bewunderung für den ebenso großen wie berühmten Schauspieler und Özbes Verbundenheit mit seiner Heimatstadt Bremen führten den Blaumeier-Künstler auf der Suche nach „Bremer-Starke-Männer“-Motiven über den Kampfsport zu Piraten und schließlich zu Fußballspielern. So energiegeladen wie der Künstler selbst scheinen Özbes Bilder den Betrachter anzuspringen.

Filigran und sanft fallen dagegen Cornelia Kochs Bilder ins Auge. Mit leiser Stimme erläutert die Künstlerin, wie viel Persönliches in ihren Werken steckt. „Die Tiere, die ich abbilde, stammen alle aus meinem Heimzoo“, so die Malerin. Schon immer habe sie Tiere gehabt – ob Kaninchen, Meerschweinchen oder Wellensittiche.

Etwas ganz Persönliches interessiert auch Malu Thören – und zwar die Haltung der Künstler beim Malen. „Ich habe meine Künstler-Kollegen von hinten bei der Arbeit fotografiert – und daraus lebensgroße Rückansicht-Porträts gefertigt.“ So gelang es Thören ganz viel Natürlichkeit einzufangen und wiederzugeben.

Christian Gau dagegen verwandelt statische Motive in Bilder voller Lebendigkeit. Seine Bildnisse von exotischen Musikinstrumenten scheinen gleich losspielen zu wollen, um nicht nur das Auge, sondern auch die Ohren zu erfreuen. Die Norwegischen Stabkirchen, die Gau abbildet, sind auf den ersten Blick nicht unbedingt als Gotteshäuser zu erkennen und scheinen ebenfalls ein Eigenleben zu führen.

Mit Landschaftseindrücken, die sie auf ihren Reisen sammelt, arbeitet Beate Wörner, für die die „Tidenhub XIII“ eine ganz besondere Premiere darstellt. „Das ist die allererste Ausstellung, an der ich als Künstlerin teilnehme“, so Wörner. Seit sie vor drei Jahren ihre Arbeitszeit reduzierte, malt sie im Blaumeier-Atelier – allerdings sei das schon immer ihre Leidenschaft gewesen.

Das Blaumeier-Atelier ist ein inklusives Projekt, das seit 1986 besteht – unter dem Motto: „In der Kunst spielt die körperliche oder psychische Situation des Kulturschaffenden keine Rolle“. Über 250 Menschen mit und ohne Behinderung oder Psychiatrie-Erfahrung sind darin in den Bereichen Theater, Maskenbau und –spiel, Musik, Malerei, Fotografie und Literatur aktiv.

Jedes Jahr gastieren stets wechselnde Künstler des Blaumeier-Ateliers in der Galerie Wildeshausen. Der Ausstellungsname „Tidenhub“ ist dabei Programm: „In der Kunst sind die Übergänge fließend: Ob naiv und laienhaft oder studiert – das ist der Kunst selbst am Ende eigentlich nicht mehr anzumerken. So wie man dem Meer oft auch nicht ansieht, ob gerade Ebbe oder Flut herrscht“, erklärt der Atelier-Mitarbeiter Alfons Römer-Tesar.

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