Brandschutzausschuss des Landkreises befürwortet Einrichtung einer Arbeitsgruppe

Künftig Feuerwehrrenten und Löschroboter?

Ein kleiner Feuerwehrroboter mit Raupenlaufwerk versprüht Wasser.
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Die Feuerwehr Lohne testet einen kleinen Löschroboter (hier noch ein Prototyp) der Vechtaer Firma „Alpha Robotics“.

Wildeshausen – Gute Nachrichten für die hiesigen Feuerwehren gab es während der Sitzung des Kreis-Bau-, Straßen- und Brandschutzausschuss am Dienstagnachmittag. Das Gremium befürwortete einstimmig die Einrichtung eines Arbeitskreises, der sich an die Ausarbeitung eines künftigen Konzeptes für eine Feuerwehrrente für die freiwilligen Brandschützer im Landkreis machen soll.

Das Thema angestoßen hatte ein Antrag der SPD-Kreistagsfraktion (wir berichteten). Landrat Carsten Harings hatte dafür zunächst eine kleine Gruppe von sieben Personen vorgeschlagen. Diese sollte aus Vertretern der Kreisverwaltung und den Gemeinden sowie Kreisbrandmeister Andreas Tangemann – der an der Sitzung teilgenommen hatte – bestehen. Letzterer schlug vor, dass noch ein weiterer Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes mitwirken sollte. Dem Wunsch könne „tatsächlich entsprochen werden“, entgegnete Harings – schließlich werde ja über die Feuerwehr gesprochen. Zustimmung gab es darüber hinaus von allen Fraktionen.

Ausschussmitglieder aus der Gemeinde Ganderkesee wiesen darauf hin, dass es in ihrer Heimatkommune bereits ein Entlohnungssystem für die ehrenamtlichen Brandschützer gebe, allerdings nicht in Form einer Rente. Dort werden vielmehr die jeweiligen Einsatzstunden entgolten. „So eine Rente wird nie gerecht sein, sollte aber für alle befriedigend sein“, sagte Axel Brammer (SPD), der den ursprünglichen Antrag mit gestellt hatte. Auch seine Fraktion könne den Weg mitgehen, führte Götz Rohde (Grüne) aus. Wichtig bei der Erarbeitung sei für ihn allerdings die Klärung der Kostenfrage. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Landkreis eine Altersvorsorge für 1 500 Feuerwehrleute stemmen kann“, zeigte er sich skeptisch. Die Frage der Finanzierung war ebenfalls für Marion Daniel (FDP) wichtig: Ihre Fraktion sehe dahingehend an erster Stelle das Land in der Pflicht. Der Landkreis und seine Gemeinden könnten das Geld nicht alleine aufbringen, sagte sie. Das Land dürfte „nicht aus der Verantwortung und Verpflichtung“ entlassen werden. Brammer stimmte ihr in diesem Punkt zu.

Löschroboter für gefährliche Einsätze in Gebäuden

Ein „kleines Zukunftsprojekt“ stellte der stellvertretende Kreisbrandmeister Frank Hattendorf im Rahmen seines Berichtes über die Entwicklung der Feuerwehren im Landkreis vor: die Anschaffung eines Löschroboters. „Wir hoffen, Sie da mitnehmen zu können“, sagte der Wardenburger an den Ausschuss gerichtet.

Diese ferngesteuerten Roboter könnten insbesondere bei Hochrisikoeinsätzen im Inneren von Gebäuden zum Einsatz kommen – etwa bei Bränden in Hochregallagern. Dafür könnten sie unter anderem mit einem Wasserwerfer, einem Hochleistungslüfter aber auch verschiedenen Kameras ausgerüsteten werden. Aktionen insbesondere in einer solchen Umgebung seien für Atemschutzträger zusehends gefährlich. „Wir würden uns gerne weiter mit dem Gedanken befassen“, so Hattendorf. Die Kreisfeuerwehr sehe diese Maschinen als „zeitgemäße Geräte“ an. Der Verband nehme daher gerne ein Signal des Ausschusses mit, sich weiter damit befassen zu können.

Die Kosten für eine Beschaffung lägen – grob geschätzt – bei etwa 150 000 bis 200 000 Euro, antwortete er auf die Frage des Ausschussvorsitzenden Wilfried Siems (CDU). Ein solcher Roboter mache „durchaus Sinn“, kommentierte Hannelore Hunter-Roßmann (SPD), gerade bei der Anzahl der steigenden Zahl von Logistikunternehmen im Kreis. Ihre Fraktion werde den Wunsch der Brandschützer „positiv begleiten“. Rohde hinterfragte den Bedarf einer solchen Anschaffung und wollte von Hattendorf wissen, ob es nicht gegebenenfalls sinnvoll sei, sich mit anderen Landkreisen zusammenzutun. Das sei „nicht so glücklich“, entgegnete der Feuerwehrmann. Denn dort, wo solche Maschinen zum Einsatz kämen, sei denn auch eine möglichst rasche Verfügbarkeit wichtig.  fra

Der Löschroboter der Lohner Feuerwehr wird von einem Einsatzfahrzeug aus ferngesteuert.

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