Gehbehinderte Frau mit Drehleiter gerettet / Vorbildliche Evakuierung von 47 Menschen

Küche brennt in Altenheim: Sechs verletzte Personen

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Das Foto zeigt die Flammen in der Küche, während sich im Fenster des Appartements die Evakuierungmaßnahmen spiegeln.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. 47 alte Menschen mussten am Sonnabend bei einem Küchenbrand im Seniorenheim „Atrium“ in Wildeshausen evakuiert werden. Dank der Hilfe aller Beteiligten gelang die Evakuierung der zum Teil gehbehinderten Menschen innerhalb von 20 Minuten. Es gab sechs verletzte Personen. Der Schaden wird von der Polizei auf rund 20 000 Euro geschätzt.

Die Brandmeldeanlage löste um 12.53 Uhr in einem Appartement im ersten Obergeschoss aus. Zuvor war die Bewohnerin, eine alte Frau, die sich aus eigenen Stücken nicht mehr vorwärtsbewegen kann, vom Pflegepersonal ins Bett gebracht und das Licht gelöscht worden. Wenig später gab es aus noch ungeklärter Ursache Rauchentwicklung in der Küche und den Alarm. Die Mitarbeiter des Seniorenzentrums brachten die Frau schnell auf den Balkon, von wo sie von der Feuerwehr per Drehleiter gerettet werden konnte.

Löscharbeiten in der Küche.

Die Einsatzkräfte aus Wildeshausen waren schon während der Anfahrt davon informiert worden, dass es einen Zimmerbrand mit Personengefährdung gab. Beim Eintreffen der Feuerwehr brannte es lichterloh in der Küche. Die Wohnungstür war verschlossen, dennoch begann der Treppenbereich des Seniorenzentrums zu verqualmen. „Wir haben den Eingang zunächst geschlossen lassen, damit der Treppenbereich nicht noch mehr verraucht“, so der stellvertretende Ortsbrandmeister Conrad Kramer. Wenn das Fenster geborsten wäre, hätte man allerdings schnell gehandelt. Vorrangiges Ziel war es, zunächst die Evakuierung durchzuführen. Mithilfe des Personals sowie von Mitarbeitern der alarmierten EWE konnten die älteren Menschen zum Teil im Rollstuhl die Treppen hinutergetragen werden. Als das Gebäude geräumt war, drang ein Atemschutztrupp in die Wohnung ein und löschte das Feuer. Anschließend wurde die gesamte Einrichtung belüftet.

35 Personen erhalten spontan Unterkunft

Die 47 Bewohner des „Atrium“ wurden zunächst in das gegenüberliegende „Alexanderstift“ gebracht, da das Gebäude aufgrund der Rauchentwicklung nicht freigegeben werden konnte. Es gab jedoch schnelle Hilfe. „35 unserer Bewohner konnten zusammen mit unserem Personal in den Wohnpark an der Hunte umziehen“, so „Atrium“-Einrichtungsleiterin Gisela Bruns. „Das war ein ganz tolles Angebot“, freute sie sich über die Kooperation. Auch im „Alexanderstift“ standen fünf Notzimmer zur Verfügung, die aber nicht mehr genutzt wurden. „Mir war es lieber, die zum Teil dementen Bewohner alle in einer Einrichtung mit unseren Pflegern unterzubringen“, so Bruns.

Die völlig verkohlte Küchenzeile. Möglicherweise war eine Mikrowelle Auslöser des Brandes.

Am Sonntag konnten alle Betroffenen wieder zurück in ihre angestammten Räume ziehen. Die Seniorin, in deren Küche es gebrannt hatte, blieb jedoch noch zur Beobachtung im Krankenhaus.

Nach Angaben der Polizei wurden zunächst sechs Personen (drei Bewohnerinnen sowie drei Mitarbeiter des Altenheimes) durch Rauchgas-intoxikation verletzt und zur weiteren Untersuchung in Krankenhäuser gebracht.

Mikrowelle soll Brandherd sein

Im Einsatz waren die Freiwilligen Feuerwehren Wildeshausen und Düngstrup mit 55 Mann, sowie mehrere Kranken- und Notarztwagen unter Einbeziehung der Schnell-Einsatz-Gruppe der Malteser. Die Heemstraße und die Ladestraße waren einsatzbedingt etwa 1,5 Stunden gesperrt. Die brandbetroffene Wohnung wurde von der Polizei beschlagnahmt, die weiteren Ermittlungen laufen. Dem Vernehmen nach soll eine Mikrowelle gebrannt haben.

„Ein großer Dank geht an die Mitarbeiter des Atriums und der EWE, die alle vorbildlich bei der Evakuierung geholfen haben“, so Kramer. „Ohne diese Hilfe hätten wir die Sache bei Weitem nicht so schnell hinbekommen.“ Sicherlich wichtig dabei ist, dass die Mitarbeiter regelmäßig geschult werden. „Das geschieht bei uns jährlich“, erklärte Bruns.

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