Anwohner wehren sich gegen geplanten größeren Neubau

Kritik am Standort des Frauenhauses

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Manche Frauen suchen Zuflucht im Frauenhaus. Im vergangenen Jahr wurden im Landkreis 67 Frauen abgewiesen.

Wildeshausen – Einstimmig und ohne große Diskussion hat sich der Sozial- und Gesundheitsausschusses des Landkreises Oldenburg am Dienstagnachmittag für den zwei Millionen Euro teuren Neubau eines Frauenhauses am jetzigen Standort in Wildeshausen ausgesprochen. Land und Bund sollen 90 Prozent der Kosten tragen.

Allerdings hatte die Politik ihre Rechnung ohne die Nachbarn gemacht, von denen zwei in der Einwohnerfragestunde gegen die Pläne protestierten. Diese sehen vor, dass in dem neuen Gebäude bis zu zehn Frauen und 20 Kinder untergebracht werden können. Zurzeit gibt es Platz für sechs Frauen und vier Kinder, was nicht ausreicht. Dieses Jahr mussten 67 Frauen abgelehnt werden.

Der Standort des Frauenhauses wird aus verständlichen Gründen geheim gehalten, befindet sich allerdings in einer normalen Wohnsiedlung in der Kreisstadt. Und da gehört er nach Meinung der Anwohner nicht hin – erst recht, wenn die Kapazität verdreifacht wird. „Wir gehen massiv dagegen an, dass dort ein neues Frauenhaus gebaut wird“, sagte einer der Nachbarn. Der Lärm sei jetzt schon „teilweise nicht auszuhalten“. 

Die Kinder würden bis spätabends im Garten herumtollen. Zweimal hätte die Fassade seines Hauses neu gestrichen werden müssen, weil sie mit faulem Obst beworfen worden war. Offenbar ist es so, dass nicht rund um die Uhr Betreuer vor Ort sind. „Ich glaube nicht, dass einer von Ihnen neben so einem Haus wohnen möchte“, richtete er sich an die Politiker. Eine Nachbarin ergänzte: „Kinderwagen, Puppen, Stühle – haben wir alles schon im Gartenteich gefunden, den wir wegen des Frauenhauses aufgegeben haben.“ Das Gebäude „passt nicht in die Siedlung“.

Wolfgang Sasse (CDU) sprach von einer nachvollziehbaren Problematik. Der Landkreis Oldenburg kündigte an, das Gespräch mit den Anwohnern zu suchen.

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