Kritik an Aussage des Personalrates

Eltern erbost über weiteren Lehrerboykott

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Die Schüler demonstrierten schon mehrfach für Klassenfahrten.

Wildeshausen - In der Elternschaft und bei den Schülern des Gymnasiums Wildeshausen rumort es gewaltig. Erst recht nach der Aussage des Sprechers des Personalrates der Schule, Axel Meentzen, dass der Klassenfahrten-Boykott der Lehrer an der Schule kein Thema sei. Das sehen Eltern und Schüler ganz anders.

Der Vorstand des Schulelternrates hat deshalb eine Stellungnahme verfasst, die deutlich aufzeigt, dass man nicht einer Meinung mit dem Personalrat ist. „Herr Meentzen sollte nicht den Fehler begehen, eine von ihm gefühlte Ruhe als ‚stillschweigende Zustimmung‘ zu dem Lehrerboykott der Klassenfahrten zu interpretieren“, heißt es darin unter anderem. „Eltern und Schüler möchten weiterhin, dass Klassenfahrten auch an unserem Gymnasium wieder stattfinden und fordern die Lehrer auf, ihren Boykott zu beenden.“

Für die Eltern sei es unverständlich, dass die Lehrer des Gymnasiums eine so kompromisslose Haltung einnehmen und ihren Boykott der Klassenfahrten fortführen. „Es wurden wiederholte Gesprächsangebote und Vorschläge seitens des Vorstands des Schulelternrates ignoriert oder als ‚nicht zielführend‘ kategorisch abgelehnt“, macht Jens-Peter Hennken als Vertreter des Gremiums deutlich. Entgegen der Aussage von Meentzen gebe es durchaus Aktivitäten seitens der Eltern und Schüler, Klassen- und Kursfahrten durchzuführen.

Die Eltern sind auch deshalb verärgert und enttäuscht, weil Anfang des Jahres ein wenig Hoffnung hinsichtlich einer Versachlichung der Diskussion aufgekeimt war, als sich Personalvertreter vieler niedersächsischer Gymnasien, unter anderem auch aus Wildeshausen, bereit erklärt hatten, an einer Arbeitszeitstudie der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, die bis Ende April 2016 laufen soll, teilzunehmen.

Offenbar haben nun aber die Personalvertreter von über 200 Gymnasien eine Fortsetzung des Boykotts von Klassenfahrten bis 2018 angekündigt. „Somit scheinen die möglichen Erkenntnisse aus der Studie für die Entscheidung der Personalvertreter irrelevant zu sein“, beklagt der Wildeshauser Schulelternrat in seiner Stellungnahme. Der Beschluss zur Fortführung des Boykotts bis 2018 sei eine traurige Nachricht für die Schüler der Klassen acht und höher. Sie würden demnach in ihrer Schulzeit keine Klassenfahrt mehr erleben.

Hennken: „Im Laufe der Diskussion ist bei mir die Vermutung gereift, dass Lehrerverbände die getroffene Entscheidung der niedersächsischen Kultusministerin Frauke Heiligenstadt zur Arbeitszeitverlängerung nutzen, um die bei vielen Lehrern ohnehin schon sehr lange unbeliebten Klassenfahrten für immer abzuschaffen.“ Unter diesem Aspekt mache die Aussage von Meentzen, Klassenfahrten seien kein Thema mehr, auch wieder Sinn.

dr

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