Mediator soll helfen

Vorerst kein Parteiausschluss aus der CDU: Kreisverband setzt auf Mediation

Gudrun Brockmeyer

Wildeshausen - Nun soll ein Mediator die Unstimmigkeiten beseitigen oder zumindest für Gesprächsbereitschaft zwischen den Mitgliedern der CDU- und der CDW-Fraktion sorgen.

Wie berichtet, hatte der CDU-Stadtverband Wildeshausen vor wenigen Wochen ein Parteiausschlussverfahren gegen die Christdemokraten Stephan Rollié, Stefan Brors, Frank Stöver, Gudrun Brockmeyer, Jens-Peter Hennken sowie Bernhard Block beim Kreisverband beantragt, weil diese die CDU-Fraktion im Stadtrat verlassen hatten. 

Als Grund nannten die sechs Kommunalpolitiker, nicht mehr weiter mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Sasse zusammenarbeiten zu können. Beim CDU-Kreisverband war man nach Aussagen des Vorsitzenden Dirk Vorlauf aber mehrheitlich der Ansicht, dass zunächst das Gespräch gesucht werden und damit der Ausschlussantrag zurückgestellt werden solle. 

„Auch der Landesverband stimmte für eine Mediation“, so Vorlauf auf Nachfrage. Der Kreisvorsitzende sucht nun nach eigenen Angaben nach einem geeigneten Mediator. Durch den Landesgeschäftsführer Josef Holtvogt wurde in diesem Zusammenhang der CDU-Landesverbandsehrenvorsitzende Manfred Carstens vorgeschlagen.

Es geht weniger um Inhalte als um Personen

„Wir müssen uns auf jeden Fall für eine Entscheidung Zeit nehmen“, so Holtvogt gegenüber unserer Zeitung. Bei den ausgetretenen Fraktionsmitgliedern handele sich schließlich um Personen mit christdemokratischem Selbstverständnis. „Es gibt dort viele inhaltliche Gemeinsamkeiten“, wirbt er für eine weitere Verständigung.

Diese scheint allerdings derzeit schwierig, weil es weniger um Inhalte als um Personen geht. So hatte CDU-Stadtverbandsvorsitzender Wolfgang Sasse in einer Pressemitteilung betont, dass es zukünftig weder Gespräche noch eine Zusammenarbeit mit der CDW-Fraktion geben werde. 

Im Gegenteil: Im nicht öffentlichen Teil der Ratssitzung hatte der CDU-Fraktionsvorsitzende vergangene Woche eine „Missbilligung“ des Verhaltens eines CDW-Fraktionsmitgliedes gefordert, dem vorgeworfen wurde, geheime Informationen aus dem Verwaltungsausschuss an die Presse weitergereicht zu haben. 

Der Vorwurf wurde jedoch fallengelassen, weil er haltlos war. Er dürfte aber die Stimmung zwischen der CDU- und der CDW-Fraktion zusätzlich belasten. Holtvogt bezeichnete solche Manöver gegen einzelne Christdemokraten als „unglückliches Verhalten“, die einer Verständigung entgegenstehen würden. Dennoch solle zeitnah das Gespräch gesucht werden. - dr

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