Restrukturierung des Rettungsdienstes im Landkreis Oldenburg / Gemeindesanitäter geplant

Kreistag soll den Status quo wahren

Gemeindenotfallsanitäter sind seit einiger Zeit auch im Landkreis Cloppenburg stationiert. Archivfoto: dpa
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Gemeindenotfallsanitäter sind seit einiger Zeit auch im Landkreis Cloppenburg stationiert. Archivfoto: dpa

Landkreis – Das Thema ist ein „heißes Eisen“ – nicht nur in den Fachausschüssen des Landkreises Oldenburg ist darüber lange und heftig debattiert worden: Jetzt findet sich die Neuordnung des Rettungsdienstes im Landkreis Oldenburg auch auf der Tagesordnung der kommenden Kreistagssitzung wieder (Dienstag, ab 17 Uhr in der Sporthalle des Gymnasiums Wildeshausen).

Wie verzwickt das Thema ist, lässt sich bereits daran ablesen, dass die mehrseitige Sitzungsvorlage zu dem Punkt ganze zehn Beschlussvorschläge auflistet. Im Kern geht es darum, dass die geplanten Veränderungen fortlaufend beobachtet und bewertet werden sollen. Jedwede Verschlechterung der Versorgung wird nicht hingenommen. Der Kreistag hält unverändert an drei Notarztstandorten im Landkreis fest. Im Gespräch war bislang die Streichung einer Station (wir berichteten).

Problematisch sahen viele Kreispolitiker die Umwidmung von Fahrzeugen – sprich die Veränderung von Ausrüstungsstandard und Qualifikation der Besatzungen. Bisher wurden auch hochgerüstete und kostspielige Rettungswagen (RTW) für vergleichsweise Bagatellfahrten genutzt. Kritiker befürchteten, dass es durch die nun eingesetzten Krankentransportwagen (KTW) und die besser ausgestatteten Notfallkrankentransportwagen (NKTW) zu einer Verschlechterung der Versorgung kommen könnte. Dies war insbesondere bei der Rettungswache Ahlhorn der Fall.

Ein Kompromiss für Ahlhorn

Dort sei inzwischen ein Kompromiss gefunden worden, ist der Vorlage zu entnehmen: Landkreis und Johanniter haben eine engmaschige Evaluation der dortigen KTW-Einsätze vereinbart. Dort bleibt nominell zwar weiterhin ein KTW stationiert, heißt es weiter. Die Ausstattung des Fahrzeuges und seine „fachliche Besetzung auf NKTW-Niveau“ bleiben aber derzeit erhalten. Damit sei es befähigt, jeden Einsatz auch ohne Nachforderung eines höherwertigen Rettungsmittels abwickeln zu können. Umsonst ist dies allerdings nicht: Die Kreisverwaltung mache daher „der Vollständigkeit halber“ darauf aufmerksam, dass ein Kostenrisiko von rund 110 000 Euro bestehe, wenn das Fahrzeug nicht – wie ursprünglich geplant – lediglich als KTW geführt werde. Voraussichtlich werde es keine Finanzierung durch die Kostenträger – also die Krankenkassen – geben.

Die Kreisverwaltung habe darüber hinaus bereits weiterführende Informationsrunden mit den Mitarbeitern, Führungskräften und Mitarbeitervertretern auf den Rettungswachen der beiden im Landkreis tätigen Hilfsorganisationen geführt. Es seien bisher fünf Gespräche erfolgt, weitere Termine seien in der Planung. „Die Resonanz ist sehr positiv ausgefallen und auch die Anzahl der Fragen nimmt deutlich ab. Dies zeigt aus Sicht der Kreisverwaltung, dass Unsicherheit und Zweifel deutlich mehr in Teilen der Bevölkerung als in den Reihen der Rettungsdienstmitarbeiter vorherrschen“, heißt es dazu.

Neu: der Gemeindenotfallsanitäter

Ein weiterer Bestandteil der geplanten Restrukturierungen war die Einführung eines Gemeindenotfallsanitäters. Die Erprobungsphase für das deutschlandweit erste Pilotprojekt läuft noch bis zum Ende des Jahres, berichtet die Verwaltung. Die abschließende Aus- und Bewertung schließe sich direkt an. Dieser Sanitäter wird von der Rettungsleitstelle bei Hilfeersuchen eingesetzt, die als zunächst eindeutig „nicht rettungsdienstlich“ zu erkennen sind, sich jedoch aber zu einem solchen entwickeln könnten. Notfallsanitäter mit aufwendiger Zusatzqualifikation versorgen solche Patienten, schätzen die Lage vor Ort ein und veranlassen weitere Schritte. Sobald die Testphase abgeschlossen und eine Finanzierungszusage erfolgt sei, strebt die Kreisverwaltung hier „eine möglichst schnelle Einführung“ an. Derzeit gebe es Überlegungen, gemeinsam mit dem Landkreis Osnabrück ein weiteres Pilotprojekt auf den Weg zu bringen, um einen weiter qualifizierten „Gemeindenotfallsaniäter plus“ zu schaffen.

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