Kreisstadt muss intensiv über Fundtierunterbringung nachdenken

Tierheim: Kleine Lösung für Wildeshausen denkbar?

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Die Aussichten für die Tierunterbringung sind noch nicht klar.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. 40000 Euro Zuschuss für ein neues Domizil der Tierschutzgruppe Wildeshausen (TSGW) in Hanstedt? Die Entscheidung stand am Donnerstagabend auf der Tagesordnung des Wildeshauser Verwaltungsausschusses. Ebenso wie eine eventuelle Vergabe von Fundtierverträgen ab 2017. Angesichts der jüngsten Entwicklungen, dass die TSGW die Verträge mit Hatten und Großenkneten verliert, ließ sich natürlich schlecht abschließend beraten.

„Ich hoffe, dass es eine kleine Lösung mit der Tierschutzgruppe gibt, wenn schon keine kreisweite Option besteht“, meint Bürgermeister Jens Kuraschinski im Vorfeld der nicht öffentlichen Sitzung. Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Sasse äußerte sich dahingehend, dass die Kreisstadt eigentlich eine kleine Einrichtung vorhalten sollte. Wenn man der Tierschutzgruppe 40000 Euro für ein neues Domizil geben würde, müsse sich das aber auch später in den Kosten widerspiegeln. Zudem sei es sinnvoll, langfristige Verträge abzuschließen, um den Beteiligen Planungssicherheit zu geben.

So richtig Gewissheit haben aber auch Großenkneten und Hatten nicht, nachdem sie die Verträge mit dem privaten Tierheim in Bergedorf unterzeichnet haben. Auf jeden Fall keine größere als vorher. Denn die TSGW hatte zumindest Bestandsschutz für das Katzenhaus in Wildeshausen bis zu dem Zeitpunkt, an dem ein neues Tierheim gefunden ist. Das Tierheim in Bergedorf muss erst einmal großflächig ausbauen, um viele neue Katzen aufzunehmen. Der Besitzer hatte angegeben, dafür 800000 Euro investieren zu wollen.

„Wir werden sehr genau darauf achten“, erklärte der Leiter des Veterinäramtes des Landkreises Oldenburg, Carsten Görner, gestern. Das Tierheim in Bergedorf habe die tierschutzrechtliche Erlaubnis für die Unterbringung von Katzen und Hunden. Selbstverständlich müssten sich die Gemeinden aber vertraglich zusichern lassen, dass alle Fundtiere untergebracht werden können.

Die Konzentration auf einen Standort für die Tierunterbringung berge unabhängig vom Betreiber immer die Gefahr, dass der Besitzer irgendwann die Einrichtung aus wirtschaftlichen Erwägungen schließe. Von daher sei jeder Standort, der Tiere aufnehmen könne, erst einmal ein guter Standort.

In der Schwebe ist im Augenblick auch noch ein Verfahren gegen den Betreiber des Tierheims in Bergedorf sowie einen Tierarzt. Die Staatsanwaltschaft hat die beiden angeklagt, in 26 Fällen Katzen ohne vernünftigen Grund getötet zu haben. Zudem wurde der Arzt angeklagt, in unzulässiger Weise Betäubungsmittel an die Tierheimbetreiber abgegeben zu haben. Dabei ging es um ein Euthanasierungsmittel, dessen Wirkstoff unter das Betäubungsmittelgesetz fällt.

Das Delmenhorster Amtsgericht hatte zwar eine Anklage wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz zugelassen, lehnte aber die Eröffnung des Hauptverfahrens ab, weil es davon ausging, dass aufgrund der bisherigen Ermittlungsergebnisse eine Verurteilung nicht hinreichend wahrscheinlich sei.

Dagegen hatte die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt. Der Sprecher des Landgerichts Oldenburg, Michael Herrmann, kündigte gegenüber unserer Zeitung an, dass die Entscheidung darüber bis Anfang kommender Woche vorliegt. Die Beschuldigten haben unterdessen die Vorwürfe immer als haltlos zurückgewiesen.

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