Verwaltung sieht keine Alternative zu Ausbauplänen / Aufgaben wachsen stetig

Kreishauserweiterung und Homeoffice

Bietet nicht genügend Platz für alle Mitarbeiter und neue Aufgaben: das Kreishaus an der Delmenhorster Straße in Wildeshausen.
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Bietet nicht genügend Platz für alle Mitarbeiter und neue Aufgaben: das Kreishaus an der Delmenhorster Straße in Wildeshausen.

Wildeshausen – Rund 5,7 Millionen Euro könnte die geplante Erweiterung des Kreishauses in der Stadt Wildeshausen kosten.

Das sind mit einer nun noch eingeplanten Aufstockungsoption am Gesundheitsamt 200 000 Euro mehr als ursprünglich veranschlagt, so die Kreisverwaltung in einer Sitzungsvorlage für den Bau-, Straßen- und Brandschutzausschuss für den heutigen Dienstag.

Da es aber Anträge gibt, die Maßnahme für zwei Jahre auszusetzen (CDU), zu verkleinern (FDP/Freie Wähler) oder flexibler zu gestalten (Grüne), ist zunächst eine intensive Diskussion zu erwarten, ob das Geld zur Verfügung gestellt und die Erweiterungspläne realisiert werden sollen.

Die Kreisverwaltung vertritt ausdrücklich den bislang eingeschlagenen Weg der Erweiterungsplanung für das Kreishaus mit zwei getrennten Baumaßnahmen unter Einbeziehung der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes an der Delmenhorster Straße 4. Sie setzt sich zudem weiter dafür ein, im Frühjahr mit den Baumaßnahmen zu beginnen, und geht in der Sitzungsvorlage auf Argumente der Fraktionen ein, die das Projekt verkleinern oder verändern wollen.

So hatte die CDU Wert darauf gelegt, dass in Zukunft viele Arbeiten im Homeoffice möglich sein werden – was nach Einschätzung der Christdemokraten weniger neue Büros erforderlich macht.

„Dem Thema Homeoffice steht die Kreisverwaltung grundsätzlich offen gegenüber“, heißt es in der Vorlage. „Der Grundaussage allerdings, dass der ermittelte Raumbedarf durch die zusätzliche Schaffung von Homeoffice-Arbeitsplätzen beseitigt werden kann, stehen wir sehr kritisch gegenüber.“

Eine Ausdehnung der Telearbeit oder des Arbeitens im Homeoffice in einer Größenordnung, die für die Kompensation des ermittelten Raumbedarfes nötig wäre, lasse sich wohl nicht realisieren. Es seien zudem nachteilige Auswirkungen auf das Miteinander in der Kreisverwaltung zu befürchten.

„Diese Einschätzung beruht auf der Situation, dass die Kreisverwaltung in den überwiegenden Bereichen ein Kundengeschäft darstellt, das Präsenz erfordert, damit Besucher das Kreishaus aufsuchen können“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Schon heute seien sensible Gespräche flächendeckend kaum mehr durchführbar, da die möglichen Raumkapazitäten voll ausgeschöpft, teilweise gar dreifach besetzt seien. Unter datenschutzrechtlichen Aspekten sei das eine mehr als kritische Situation für Kundengespräche mit allen Nachteilen.

„Es steht für die Kreisverwaltung außer Frage, dass Homeoffice und Telearbeit noch stärker genutzt werden könnten“, so die Ausführungen. „Die Arbeitsabläufe erfordern jedoch eine angemessene Präsenz im Haus.“ Somit könnten keine Büros eingespart werden, zumal viele Aufgaben aus rechtlichen, organisatorischen sowie technischen Gründen eine Anwesenheit im Kreishaus erforderten.

Der Landkreis verweist zudem darauf, dass man qualifiziertes Personal nur gewinnen kann, wenn der Arbeitgeber ein attraktives Umfeld anbieten kann. Der politisch angekündigte Bürokratieabbau habe zudem nicht stattgefunden und werde auch zukünftig nicht zu einer spürbaren personellen Entastung führen, so die Verwaltung. „Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen das Gegenteil, und dieser Trend ist ungebrochen, wie die angekündigte Verstärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes zeigt.“ Diese sei nicht umsetzbar, sollte auf eine Erweiterung des Kreishauses verzichtet werden.  dr

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