Bioanteil in Restabfalltonnen zu hoch 

Kreiseinwohner produzieren immer mehr Müll

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Aus der nun veröffentlichten Abfallbilanz 2017 geht hervor, dass die Einwohner im Landkreis Oldenburg immer mehr Müll produzieren. Waren es 2014 noch knapp 60 000 Tonnen, wurden im vergangenen Jahr gut 67 000 Tonnen weggeworfen. Zum Vergleich: Ein Panzer „Leopard 2“ wiegt um die 60 Tonnen.

Der Kreisverwaltung sind vor allem Grünschnitt, verdorbene Nahrungsmittel und andere Haushaltsabfälle, die allesamt in der Restmülltonne landen, ein Dorn im Auge. Deswegen erwägt die Behörde Kontrollen bei der Restabfallsammlung.

Der Fairness halber darf nicht unerwähnt bleiben, dass auch die Einwohnerzahl zugenommen hat. Das Landesamt für Statistik bilanziert 126 798 Menschen für 2014 und 129 615 zum Stichtag 31. März 2017 (aktuellste Daten). Doch dadurch sei das zunehmende Aufkommen an Restmüll nur zum Teil zu begründen, meint die Kreisverwaltung in ihrer Einschätzung zur Abfallbilanz. „Einerseits kann gesteigerter Konsum die Mehrmenge beim Restabfall und Sperrmüll erklären, andererseits kann aber auch die fehlende Bereitschaft zur Nutzung einer Biotonne dafür verantwortlich sein“, heißt es weiter.

Das Problem ist an sich nichts Neues. Nur rund die Hälfte der Kreiseinwohner entsorgt seinen Bioabfall über die dafür angebotene Tonne. Der Rest wirft das organische Material auf den Kompost im Garten. Oder eben in die Restabfalltonne vorm Haus, was jedoch in der Entsorgung/Verwertung mit höheren Kosten verbunden ist, als wenn Eierschalen, schimmeliger Käse und Strauchschnitt direkt in der brauen Tonne landen würden. Im Fachjargon der Abfallwirtschaft handelt es sich dabei um Fehlwürfe.

Saison-Biobehälter sollten Abhilfe schaffen 

Um Abhilfe zu schaffen, hatte der Landkreis Saison-Biobehälter eingeführt, die von April bis Oktober geleert werden und auch sehr gut nachgefragt worden seien. Bestellungen sind bei den jeweiligen Gemeinden möglich. Der messbare Effekt auf die Menge der organischen Fehlwürfe in den Restmüll hielt sich jedoch in Grenzen. Eigentlich „wäre hier eine deutlichere Steigerung zu erwarten gewesen“, so die Verwaltung. In Zahlen: Wurden 2016 noch 14 300 Tonnen Bioabfall in der braunen Tonne entsorgt, waren es 2017 nur knapp 100 Tonnen mehr.

Auch die Neueröffnung der ausgebauten Sammelstellen für Grünabfall im Kreisgebiet hätte dazu führen können, dass deutlich weniger Grün-, Strauch- und Baumschnitt im Restabfall landen. Und in der Tat haben die Bürger gut 4 800 Tonnen und damit 300 mehr als vorher dort abgeliefert. Ein durchschlagender Effekt blieb gleichwohl aus.

Beim Blick auf die Statistik für 2017 fällt noch auf, dass die Verwertungsquote des Mülls leicht von 91 auf 89 Prozent gesunken ist. Von den insgesamt 67 000 Tonnen Abfall landeten nach der biologischen und mechanischen Behandlung, bei der unter anderem Metall mit Magneten entfernt wird, noch knapp 7 200 Tonnen auf der Deponie in Mansie (Ammerland). Der Landkreis Oldenburg hat schon seit Jahren eine entsprechende Vereinbarung mit dem Nachbarkreis.

Die Abfallbilanz 2017 soll zum 1. April auf der Internetseite des Landkreises Oldenburg veröffentlicht werden, sodass jeder Einwohner erfahren kann, was mit dem Müll passiert.

www.oldenburg-kreis.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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