Brandschutz in einigen Dachgeschossen an der Hermann-Ehlers-Straße nicht gewährleistet

Kreis untersagt Wohnen

Ausgebaut: Die Mehrparteienhäuser verfügen über Dachgeschosse.
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Ausgebaut: Die Mehrparteienhäuser verfügen über Dachgeschosse.

Wildeshausen – Das Bauordnungsamt des Landkreises Oldenburg geht gegen die Nutzung von Dachgeschosswohnungen in zwei Mehrparteienhäusern an der Hermann-Ehlers-Straße in Wildeshausen vor. „Die Untersagung des Bewohnens der Dachgeschosswohnungen passiert nun kurzfristig“, sagte Peter Nieslony, Leiter des Bauordnungsamts. Ausschlaggebend dafür ist laut Behörde der Brandschutz, bis zu dessen Gewährleistung die Nutzung nicht erlaubt ist. Sollten die Dachgeschosse doch bewohnt werden, stellt das eine Ordnungswidrigkeit dar.

Im Fall eines Feuers muss ein zweiter Rettungsweg, zusätzlich zum Treppenhaus, vorhanden sein. Bei dreistöckigen Gebäuden mit ausgebautem Dachgeschoss wie an der Hermann-Ehlers-Straße ist dies zum Beispiel über eine außen am Haus installierte Fluchttreppe möglich. Oder mithilfe der Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr in Wildeshausen.

Da die Gebäude auf der von der Visbeker Straße aus gesehen rechten Seite der Straße ein Stück weit von der Fahrbahn entfernt stehen, muss die Drehleiter auf den Rasen fahren. Doch der ist von einem Metallzaun umgeben. Zudem ist die Straße oft zugeparkt, was das Manövrieren mit schwerem Gerät kniffelig macht. Nötig ist des Weiteren eine Aufstellfläche auf dem Rasen für die Drehleiter, die spezielle Anforderungen hinsichtlich ihrer Tragfähigkeit und der Ausmaße erfüllen muss. Darüber gab es auch Gespräche des Kreises mit Hauseigentümern der ersten beiden Gebäude auf der rechten Seite. Der Kreis erteilte eine Nachtragsgenehmigung für die Dachgeschosswohnungen. Aber offenbar wurde nicht für jedes Haus an der Straße eine zufriedenstellende Lösung erreicht.

Auf die andere Möglichkeit, die Fluchttreppe, verzichteten die Eigentümer. Die Blöcke an der Hermann-Ehlers-Straße waren in den 1960er-Jahren ursprünglich für die Soldaten der Wittekind-Kaserne und deren Familien errichtet worden. Der Militärstützpunkt ist inzwischen schon lange Geschichte, und in den Häusern sind vornehmlich Beschäftigte aus der fleischverarbeitenden Industrie untergekommen.

Rettung per Drehleiter oder Fluchttreppe

Im Zuge des Ausbaus der Dachgeschosse beteiligten sich einige Hauseigentümer bereits in den 1990er-Jahren an den Anschaffungskosten für eine Drehleiter. Ihre Gebäude, die von der Visbeker Straße aus gesehen auf der linken Seite stehen, sind mit dem Gerät auch erreichbar. Das gilt jedoch wie eingangs ausgeführt nicht für die Bauten, die der Landkreis jetzt ins Visier genommen hat.

Dass die ganze Geschichte durchaus schnell gefährlich werden kann, zeigte sich Anfang Oktober. Damals wurde gegen 20.30 Uhr ein Kellerbrand in einem der Mehrparteienhäuser an der Hermann-Ehlers-Straße gemeldet. „Das Treppenhaus war bereits leicht verraucht“, heißt es im Einsatzbericht der Feuerwehr, die daraufhin Vollalarm per Sirene auslöste. Die Ehrenamtlichen gingen mit Atemschutz vor und löschten den Brand, während das Gebäude geräumt wurde – über das Treppenhaus.

Von Ove Bornholt

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