Deutsches Rotes Kreuz reagiert überrascht

Kreis soll Vertrag mit DRK kündigen

Nach dem Willen des Ausschusses verliert das DRK seinen Vertrag als Dienstleister im Rettungswesen mit dem Landkreis Oldenburg. - Foto: dpa

Wildeshausen - Die Krise in der Zusammenarbeit zwischen Landkreis Oldenburg und Deutschem Roten Kreuz (DRK) spitzt sich zu: Der Bau-, Straßen- und Brandschutzausschuss des Landkreises hat das Thema am Dienstagabend nichtöffentlich besprochen und empfiehlt nun, den Vertrag mit dem DRK Kreisverband Oldenburg-Land als Dienstleister im Rettungswesen fristgerecht zum 31. Dezember zu kündigen.

Er folgte damit einem entsprechenden Vorschlag der Kreisverwaltung. Der ebenfalls nichtöffentlich tagende Kreisausschuss entscheidet am 2. Juni endgültig über diesen Vorschlag. Zum Hintergrund: Das DRK hat dem Landkreis nach eigenen Angaben mehrere Jahre lang zu viel Geld berechnet. Die Rede ist von einer niedrigen sechsstelligen Summe.

DRK-Geschäftsführer Michael Venzke erfuhr auf Nachfrage der Presse von der Entscheidung des Ausschusses. „Mit mir hat der Landkreis nicht gesprochen“, sagte er. Er tat sich schwer mit der Bewertung der Empfehlung. „Ich weiß nicht, was die Ausschussmitglieder bewogen hat, so zu entscheiden.“ Das DRK habe ganz klar Fehler gemacht, bemühe sich aber seit längere Zeit um die Aufarbeitung. Er und der Vorsitzende Gerold Sprung hatten bereits angekündigt, die zu viel geforderten Zahlungen wieder auszugleichen. „Ich bin etwas überrascht vom Votum des Ausschusses“, so Venzke.

Sollte die Entscheidung bestätigt werden, kündigte er an, einen Übergang zu einem anderen Träger nicht zu blockieren. „Zum Wohle der Bevölkerung im Landkreis.“ Dennoch gibt er den Kampf um die Fortsetzung des Kontrakts nicht auf. Während der Ausschusssitzung am Dienstag sei die Meinung des DRK nicht gehört worden, sagte er auf Nachfrage.

In der Mitteilung des Landkreises ist davon die Rede, dass „das Fachgremium in einer umfassenden Gesamtschau die aktuelle Lage in der Zusammenarbeit des Landkreises Oldenburg mit dem DRK Kreisverband Oldenburg-Land als Partner im Rettungsdienst würdigte. Die komplexe, strukturelle Problemlage veranlasste den Fachausschuss schließlich zu seiner Entscheidung.“ Was genau die Problemlage sei, wollte Sprecher Oliver Galeotti auf Nachfrage nicht erläutern. Er wolle dem Kreisausschuss nicht vorgreifen. Angestrebt werde von allen Seiten „ein fließender Übergang zu einem neuen Vertragspartner“. Sämtliche Ausschussmitglieder waren einhellig der Meinung, dass das große Engagement der Ehrenamtlichen zu würdigen ist und keinen Schaden nehmen dürfe.

bor

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