Mehrzahl der Brunnen betroffen

Erneut keine Trendumkehr bei der Nitrat-Belastung im Grundwasser

Gülle als organisches Düngemittel wird für die erhöhten Nitratwerte im Grundwasser verantwortlich gemacht.
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Diskussion um Nitratwerte des Grundwassers: Das Ausbringen insbesondere von Gülle durch Landwirte steht in der öffentlichen Kritik. (Archivbild)

Wildeshausen/Landkreis – Jährlich untersucht der Landkreis Oldenburg die Qualität des hiesigen Grundwassers. Im Interesse der Prüfer steht dabei insbesondere die darin gelöste Menge an Nitrat, alle drei Jahre werden zudem Rückstände von Pflanzenschutzmitteln ausgewertet (zuletzt 2020, wir berichteten). Die Verwaltung hat die aktuellen Ergebnisse am Dienstagabend während der Sitzung des Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschusses im Gymnasium Wildeshausen vorgestellt.

Der Landkreis betreibt seit dem Jahr 2013 diese Messstellen und lässt die daraus gezogenen Proben auswerten, erläuterte Gerrit Finke vom Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft den Ausschussmitgliedern. Anlass seien Untersuchungen aus dem Jahr 2009 gewesen, wonach im Landkreis zwar flächendeckend ausreichend Grundwasser vorhanden, die Belastung durch Nitrat darin aber ebenso flächendeckend hoch gewesen war.

Damals habe die Verwaltung mit 40 Brunnen unterschiedlicher Art begonnen, so Finke. Inzwischen seien es 57 dieser Stellen (darunter neu gebaute), die von einem akkreditierten Labor beprobt werden. Das nach spezifischen Vorgaben geförderte Material werde dann in einem Labor untersucht. Während des Abpumpens werden zeitgleich in einem separaten Gerät noch Messdaten zum pH-Wert, der Leitfähigkeit, der Redox-Spannung und der Sauerstoffkonzentration erhoben.

Keine Trendwende bei Nitratbelastung festzustellen

Die Ergebnisse dieses Jahres, berichtet Finke dem Gremium, unterschieden sich kaum von denen des Vorjahres: So wiesen zwar 15 von ihnen einen Wert von weniger als einem Milligramm Nitrat je Liter auf, und elf lagen unter dem Grenzwert der Grundwasserverordnung von 50 Milligramm – doch lagen 31 über dieser Schwelle. Im Jahr zuvor zählten ebenfalls 15 zur besten Kategorie, neun fielen in die mittlere Gruppe und 33 überstiegen den Grenzwert. Gleichwohl lasse sich über die Jahre eine Verringerung des Durchschnitts ausmachen, führte Finke weiter aus. Lag dieser 2020 noch bei 66,3 Milligramm je Liter, weist die Statistik aktuell 63,6 Milligramm aus.

Zum Beginn der Untersuchungsreihe 2013 betrug dieser Wert 79,4 Milligramm. Dennoch: „Das ist in unseren Augen zu viel. Eine Trendumkehr können wir noch nicht erkennen“, fasste er die erhobenen Daten zusammen. Die Nitratbelastung bedrohe das Grund- und Trinkwasservorkommen im Landkreis Oldenburg nach wie vor, lautete denn auch das Resümee der Auswertung. Die genauen Daten zu den einzelnen Brunnen ließen sich im Übrigen über die Internetseite des Landkreises (www.oldenburg-kreis.de, über die Unterpunkte „Umwelt und Abfall“) abrufen. Auf einer Kartenansicht werden neben der Lage der Brunnen auch die jeweiligen Messwerte angezeigt.

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Zusätzlich zu diesem Messprogramm betreibe der Landkreis in Zusammenarbeit mit dem Kreislandvolk ein gemeinsames Projekt zur Nitrattiefensondierung. Dieses soll – unter Berücksichtigung unter anderem der Bodenbeschaffenheit sowie der Art und Weise der Bewirtschaftung – Rückschlüsse auf die Anreicherung des Nitrats im Grundwasser ermöglichen. Diese gemeinsame Unternehmung stehe im Herbst dieses Jahres vor dem Abschluss, so Finke weiter. Die Landwirte wollten in ihrem Gremien danach aber über eine Fortsetzung dieser Kooperation mit dem Landkreis beraten.

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