Auf fünf Jahre angelegtes Projekt startet im Herbst 

Kreis und Landvolk planen gemeinsam Nitratmessungen

Landkreis Oldenburg - Das Kreislandvolk und der Landkreis Oldenburg wollen gemeinsam ermitteln, wie hoch die Nitratbelastung ist, wie tief der gesundheitsgefährdende Stoff in den Boden eingedrungen ist und wie sich die Lage voraussichtlich entwickelt. Vor allem der Abstand zum Grundwasser ist dabei von Interesse.

Die Tiefensondierung soll ab Herbst bei zwei bereits bestehenden Messstellen des Landkreises beginnen, die schon mindestens drei Jahre in Betrieb sind. Die Verwaltung will eine mit hoher und eine mit niedriger Nitratbelastung auswählen. Wichtig sei dabei, dass die umliegenden Flächen ähnlich genutzt werden, damit sie vergleichbar sind. Fünf Jahre lang sollen die Daten erfasst und der Öffentlichkeit mehrere Zwischenberichte sowie ein Abschlusspapier zur Verfügung gestellt werden. Durch die lange Dauer und die tiefen Messungen sei es möglich, konkrete Vorhersagen zu machen, meint die Kreisverwaltung.

Projektpartner teilen sich die Kosten

Die Kosten in Höhe von 10.000 bis 20.000 Euro teilen sich Landkreis und Landvolk jeweils zur Hälfte. Letzteres sorgt dafür, dass alle Flächeneigentümer und Nutzer Informationen zur Menge des eingesetzten Düngers zur Verfügung stellen.

Laut Mitteilung von Landrat Carsten Harings und Dieter Hahn, Leiter des Amts für Bodenschutz und Abfallwirtschaft, sind sich Landvolk und Landkreis grundsätzlich einig, dass die Datenlage verbessert werden muss. Erkenntnisse aus solchen Untersuchungen können nach Einschätzung beider Projektpartner auch ein wichtiger Beitrag zur „weiteren Erhöhung der Akzeptanz von Messergebnissen des Grundwassers sein“, heißt es in der Mitteilung. Zudem könnten die gewonnenen Infos zum „Umdenken bei der Landwirtschaft“ im Sinne davon, dass weniger beziehungsweise sehr gezielte Düngung zu einem Mehr an Wasserschutz führen, beitragen.

Verbesserung der Grundwassergüte ist notwendig

„Nach Auffassung der Kreisverwaltung und des Landvolks ist die Umsetzung dieses Projekts ein weiterer Baustein auf dem Weg zur Trendumkehr und Verbesserung der Grundwassergüte“, heißt es abschließend. Die Einigung auf das gemeinsame Projekt mache auch deutlich, dass beide Institutionen dieses Ziel gemeinsam verfolgen.

Und das scheint auch notwendig. Schließlich wird der Grenzwert für Nitrat im Grundwasser von 50 Milligramm pro Liter von 29 Brunnen – vor allem im Süden des Landkreises – überschritten. Das hatte das Amt für Bodenschutz im Rahmen seiner jährlichen Untersuchung von 50 Brunnen für das Jahr 2016 herausgefunden. Als größter Verursacher gelten die Bauern mit dem Ausbringen von Dünger.

bor

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