Radierung des 1957 gesunkenen Segelschiffs „Pamir“ soll besonderen Platz finden

Kreis kauft Henry-Garde-Bild zugunsten der Orgel

Kunst im Kreishaus: die Kulturbeauftragte des Landkreises Oldenburg, Julia Himmelreich, und Franz Duin vom Orgelförderverein mit dem Kunstwerk. Foto: bor

Wildeshausen – Die „Pamir“ hängt jetzt im Kreishaus: Der Landkreis Oldenburg hat für 500 Euro eine Radierung des 1957 gesunkenen deutschen Schulschiffes vom Orgelförderverein gekauft, der diese wiederum vom gerade erst verstorbenen Zahnarzt Dr. Hans-Jürgen Schulte geschenkt bekommen hatte. Das Werk stammt vom bekannten Wildeshauser Künstler Henry Garde, der es 1968 in seinem Haus am Katenbäker Berg anfertigte. Es zeigt die Viermastbark unter vollen Segeln. Der Erlös aus dem Verkauf kommt dem Orgelförderverein zugute, der die Rosette in der Alexanderkirche freilegen und eine neue Orgel einbauen lassen will.

Die „Pamir“ ist vielen Leuten ein Begriff. Von der 86 Mann starken Besatzung überlebten nur sechs Seeleute den Untergang des Segelschiffs in einem Hurrikan auf dem Nordatlantik. Die Viermastbark war mit Gerste von Südamerika nach Europa unterwegs. Und das mit einer blutjungen Crew: Mehr als die Hälfte war zwischen 16 und 18 Jahre alt, denn das Schiff diente der Ausbildung.

Franz Duin, beim Orgelförderverein für das Einwerben von Spenden zuständig, kennt die Geschichte der „Pamir“ sehr gut. „Dieses Schicksal geht sehr vielen Menschen nahe“, weiß er und zählt sich auch selbst dazu. Noch ganz genau erinnert er sich, was er dachte, als er die Radierung zum ersten Mal in Schultes Haus sah: „Mein Gott, dieses Filigrane!“ Und vom Künstlerischen abgesehen habe das Werk „einen ideellen Wert. Es ist ein Glück, so ein Bild in den Händen zu halten.“ Duin hatte Schulte angesprochen und gefragt, ob dieser sich mit einer Spende am Orgelneubau beteiligen würde. Erst hatte Duin eine Versteigerung angedacht, wie sie auch der Heimatforscher Alfred Panschar mehrfach über unsere Zeitung organisiert hatte.

Aber angesichts des Motivs, der Ausführung und des prominenten Künstlers suchte Duin den Kontakt zu Landrat Carsten Harings, der sich nicht lumpen ließ. „Ich fand die Radierung großartig“, so der Verwaltungschef. Und auch für das Anliegen des Vereins hat der Sandkruger etwas über: „Ich bin jetzt schon voller Vorfreude auf den Moment, wenn das Licht durch die Rosette strahlt“, sagte Harings am Mittwoch anlässlich eines Pressetermins im Kreishaus. Den konnte Dr. Schulte zum Bedauern aller Beteiligten nicht mehr miterleben. Aber er hätte sich darüber gefreut, waren sich alle sicher. Seine Großzügigkeit trägt dazu bei, dass der Verein seinem Spendenziel von 875 000 Euro immer näher kommt.  bor

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