Zum internationalen Mädchentag: 143 Teilnehmerinnen bei Postkartenaktion im Landkreis

Kreativ über die eigene Situation nachgedacht

Liebevoll und kreativ verziert: Eine der fünf Gewinner-Postkarten, die am Donnerstag im Kreishaus aus den insgesamt 143 Einsendungen gezogen wurde.

Wildeshausen/Landkreis - Mal aufwendig beklebt oder bunt bemalt, mal optisch schlicht, dafür eng beschrieben: So präsentierten sich die Postkarten, die 143 junge Mädchen aus dem Landkreis Oldenburg bei einer Aktion des „Arbeitskreises Mädchenarbeit“ eingereicht haben. Fünf von ihnen erhalten einen Preis – die Gewinnerinnen sind am Donnerstag, dem Internationalen Mädchentag, im Kreishaus in Wildeshausen gezogen worden.

„Wir hatten schon immer im Kopf, etwas zum Weltmädchentag zu machen“, erläuterte Maria Rüschendorf von der Fachstelle Sucht und Prävention im Landkreis Oldenburg. Wie ihre vier Mitstreiterinnen an diesem Morgen ist sie Mitglied in der Gruppe, die seit mehr als 15 Jahren besteht. Die Postkartenaktion habe sich dazu angeboten, sagte sie: „Wir wollten wissen, wie die Mädchen sich sehen.“

Die Postkarten sind über Schulen und die Jugendpflege verteilt worden, ergänzt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Wildeshausen, Majken Hjortskov. Die Mädchen sollten den Satz „Because I’am a girl“ („Weil ich ein Mädchen bin“) ergänzen. Angesprochen waren Fünft- bis Achtklässlerinnen, fährt Beate Pollack vom Jugendamt des Landkreises fort. Insgesamt 143 seien wieder abgegeben worden. „Und die wurden nicht nur ausgemalt“, wusste Katrin Gaida-Hespe, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Ganderkesee, zu berichten. Es sei aufschlussreich gewesen, zu sehen, welche Eigenschaften sich die Jugendlichen selbst zusprechen – oder welche ihnen von außen zugeschrieben werden. Für Mädchen in Deutschland sei diese Situation sicherlich eine andere als für Gleichaltrige in anderen Ländern, räumte sie ein. Ziel sei gewesen, die Teilnehmerinnen darauf zu stoßen, dass „mir eigentlich alles offen steht.“ Dorothea Debbeler, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Oldenburg, stimmte zu: „Sie sollten über ihre Situation nachdenken“, sagte sie. Das Ergebnis sei letztlich egal: „Wer sein Glück darin findet, eine Prinzessin zu sein – auch gut.“ Rüschendorf ergänzte: „Die Mädchen haben sich ganz gut damit auseinandergesetzt. Dennoch haben wir uns entschieden, die Einsendungen nicht zu bewerten“.

Und so zogen die fünf Frauen fünf Gewinnerinnen. Als Preise winkten Gutscheine für zwei Personen, etwa für einen Besuch in Jumphouse, Kletterpark, Kino, Eiscafé und Teilnahmen bei den Aktionen „Mia“ und „Tanzrausch“. Die Karten verschwinden jetzt aber nicht etwa in einer Schublade – ganz im Gegenteil: Sie werden in einer Ausstellung – zunächst vom 22. bis zum 31. Oktober – im Kreishaus der Öffentlichkeit präsentiert. Als Wanderausstellung zieht die Sammlung dann reihum durch die Gemeinden. J fra

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