Tennet plant weitere Stromtrassen von Norddeutschland in Richtung Süden

„B-Korridor“ führt wohl durch den Landkreis Oldenburg

Eine schematische Karte der Region mit eingezeichneten, geplanten Trassenverläufen.
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„B-Korridor“: Aus Heide (Kreis Dithmarschen) kommend, soll eine neue Gleichstrom-Leitung Richtung Südwesten führen (rechte gelbe gestrichelte Linie), die nach den aktuellen Vorplanungen auch durch den Landkreis Oldenburg läuft. Karten: Tennet

Landkreis – Das Leitungsbauunternehmen Tennet plant, im Auftrag des Bundes bis 2030 weitere Leitungen von Norddeutschland in Richtung Süden, insbesondere in das Ruhrgebiet, zu bauen (wir berichteten). Davon ist auch der Landkreis Oldenburg konkret betroffen. Hier soll in einem kleineren Bereich bei Ganderkesee eine bestehende überirdische 220-kV-Leitung aufgerüstet, parallel dazu eine zweite 380-kV-Leitung erweitert werden.

Deutlicher bemerkbar machen dürfte sich der sogenannte „B-Korridor“, der sich dann von Nordosten nach Südwesten nahezu mittig durch das Kreisgebiet ziehen könnte. Diese Leitung soll komplett als Erdkabel verlegt werden, wie Tennet-Pressesprecher Mathias Fischer auf Anfrage unserer Zeitung berichtet.

Der auf der Karte eingezeichnete Verlauf stelle die kürzeste mögliche Verbindung dar, erläutert Fischer. Tennet sei gehalten, eine möglichst kurze Trasse zu bauen. Aber natürlich sei diese Linie zunächst ein angenommener, idealisierter und theoretischer Verlauf – und alles andere als endgültig. Wo später einmal die Kabel tatsächlich unter der Erde verlaufen werden, hänge von verschiedenen Faktoren ab, gibt der Pressesprecher zu bedenken. Etwa, wo zuvor die Weser gequert werden wird und ob und wo das Gebiet der Stadt Bremen überquert werden kann. All das stehe noch nicht fest. Für eine spätere, genauere Trassenfestlegung gebe es einen mehrere Kilometer breiten „Suchraum“, der auf einem geeigneten Verlauf hin überprüft werde. „Das wird erst im nächsten Jahr konkreter werden können“, so Fischer weiter. In der vergangenen Woche seien bereits die Bürgermeister und Landräte der betroffenen Gebiete informiert worden. Im Sommer 2022 sollen präzisere Informationen präsentiert werden.

Bereits Verzögerungen erwartet

Hieß es in einer Mitteilung aus dem Herbst vergangenen Jahres noch, dass Tennet den „B-Korridor“ bis 2030 fertigstellen wolle, ist in der aktuellen Pressemitteilung des Konzerns von 2035 die Rede. Der Pressesprecher erklärt die unterschiedlichen Daten: „Wir streben 2030 an“, sagt Fischer. Gleichwohl sei der Zeitrahmen im Netzentwicklungsplan „angepasst“ worden. Denn: „Es gibt immer mehr Widerstände.“ Damit seien etwa Klagen gegen die Vorhaben gemeint, oder Grundstückeigentümer, die Betretungsrechte verweigerten. Hinzu kämen weitere, noch nicht absehbare Auswirkungen der Corona-Pandemie oder Engpässe bei Zulieferern in Folge von Materialknappheiten. Insofern sei 2030 der „best case“ und 2035 der „schlimmste Fall“. Vermutlich werde die tatsächliche Fertigstellung zeitlich dazwischen liegen.

Der „B-Korridor“ soll vollständig als Erdkabel umgesetzt werden. Diese Leitungen werden dann in einem keilförmigen Graben, je nach Bodenbeschaffenheit circa 1,5 bis zwei Meter tief und ebenso weit auseinander verlegt, nennt Fischer technische Details. Darüber verlaufe ein „Schutzstreifen“, der Einschränkungen mit sich bringe: So könnten dort keine Bäume gepflanzt oder Fundamente errichtet werden. Diese Zone könne zwischen neun und 15 Metern breit sein. Während der Bauphase werde ein 30 bis 35 Meter breiter „Arbeitsstreifen“ errichtet, der unter anderem als Baustraße dient und auf dem der Aushub zwischengelagert wird. Mutterboden werde nach der Verlegung wieder eingebaut, versicherte Fischer. Da es sich um eine „Punkt-zu-Punkt“-Verbindung (Gleichstrom) handele, werden im Verlauf des Korridors keine großen Bauwerke, wie etwa Umspannwerke, benötigt, so der Sprecher.

Neue, höhere Masten

Überirdisch verlaufen die Leitungen „P22b Elsfleth/West – Ganderkesee“ und „P119 Conneforde – Sottrum“, die von Nordwesten kommend über das Gebiet der Gantergemeinde verlaufen: Dort soll bis 2031 eine bestehende 220-kV-Leitung auf den 380-kV-Standard umgerüstet, sowie eine 380-kV-Leitung aus den 1970er-Jahren um zwei Leitungsbündel erweitert werden. Dies geschehe nicht auf den gleichen Masten, da die bestehenden Leitungen während der zweijährigen Bauzeit nicht abgeschaltet werden können, so Fischer. Über die genaue Höhe der neuen Masten und den Verlauf der Trasse lasse sich jetzt noch nichts sagen: Die 380-kV-Leitung sei einige Meter breiter als die 220er-Variante, und je nach Typ in der Regel zwischen 60 und 70 Meter hoch. Die Trassen dürfen bis zu 400 Meter an Siedlungen, im Außenbereich bis zu 200 Meter entfernt an Gebäuden entlangführen  fra

In Bereich Ganderkesee sollen zudem zwei bestehende Leitungen durch zwei leistungsfähigere ersetzt werden.

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