Konzert im Rahmen des Mittelalter-Marktes: „art&weise“ nutzt Kirchenakustik voll aus/ Neu entdecktes und modernes Liedgut

Musikträume zum Advent in der Alexanderkirche

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Das Vokalensemble „art&weise“ begeisterte beim Adventskonzert nicht nur mit mittelalterlicher Musik.

Wildeshausen - Einen musikalischen Ruhepol zum Zuhören und Genießen setzte das Wildeshauser Vokalensemble „art&weise“ am Sonnabend mit seinem Adventskonzert in der Alexanderkirche im Rahmen des Mittelalter-Weihnachtsmarktes. Während rund um die Kirche mittelalterliches Treiben herrschte, erlebten die Besucher im Inneren ein Konzert, das in diese Zeit passte – und zum Träumen verführte.

Ganz ohne jegliche Verstärkung kam der A-cappella-Chor dabei aus. Und da die Alexanderkirche – zumindest musikalisch – beinahe schon das zweite Zuhause der sieben Sänger und Freunde ist, verstanden sie es auch, die besondere Akustik des Kirchenschiffes bei ihrem Konzert voll auszunutzen.

So sang das Ensemble, das aus zwei Sopranistinnen, zwei Altstimmen, einem Tenor und zwei Bässen besteht, nicht nur für alle Zuhörer gut sichtbar vom Altar aus, sondern „verschwand“ während des Konzertes auch mal im Südquerhaus oder auf der Empore, um für das Publikum immer wieder ein anderes Klangbild erlebbar zu machen.

Im Programm fanden sich alte, oftmals „neu entdeckte“ und aufbereitete adventliche Stücke aus der Kirchengesangsbuchliteratur. Doch auch Ausflüge in modernere musikalische Welten reihten sich darin wunderbar ein. Die Stücke wechselten von andächtig über träumerisch bis zu fröhlich swingend.

Das bekannte „Machet die Tore weit“ bildete den virtuosen Einstieg. „O, Heiland reiß die Himmel auf“ durfte im Advent ebenfalls nicht fehlen. Weit zurück in die Vergangenheit ging es mit dem gregorianischen Adventsruf aus dem 11. Jahrhundert. Einen Gegenpol bildeten fröhlich-fetzige Stücke wie „Carol oft he bells“ oder das traditionelle „Lord of the dance“ aus Irland.

Ebenfalls zum Repertoire gehörten „Maria durch ein Dornwald ging“, lateinische Stücke wie „Tollite Hostias“, „Gaudete“ sowie „Thou knowest Lord“ von Henry Purcell. Moderneres erklang gegen Ende des Konzerts mit „Wenn’s dunkel wird“, „In the bleak midwinter“ und dem plattdeutschen Lied aus der Feder von Rolf Zuckowski „Dat Johr geiht to Enn“.

Bewusst verzichtete „art&weise“ auf jeglichen Ansporn, die Zuhörer zum Mitsingen zu bewegen – niemand sollte dadurch aus seinen Adventsmusikträumen gerissen werden. Nur das letzte Lied gaben die Sänger dann zum Mitsingen frei. Während also „Tochter Zion“ von „art&weise“ mehrstimmig gesungen wurde, stimmten viele Konzertgäste gerne in die bekannte Melodie mit ein.

Adventliche und weihnachtliche Texte zum Nachdenken oder Lachen überbrückten die Übergänge zwischen den einzelnen Sets und rundeten das Konzert ab. So trug Joachim Osterkamp beispielsweise die „Gezeiten der Liebe“ von Anne Morrow Lindbergh vor oder berichtete von der „Weihnachtsgans“ von Maria Branowitzer-Rodler.

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