Radiosender NDR 1 produziert Streitsendung

Kontroverse zum Schultausch: „Kluge Idee oder Kuhhandel?“

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Anke Genius (M.) diskutierte mit Carsten Harings, Manfred Rebensburg, Christin Rollié und Jens-Peter Hennken (v.l.).

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. „Schultausch in Wildeshausen – Kluge Idee oder Kuhhandel?“, lautete die Frage der NDR 1-Niedersachsen-Streitsendung „Jetzt reicht’s – Ihre Meinung zählt!“, die am Dienstagabend im Hotel „Gut Altona“ aufgezeichnet wurde und am 1. November um 19 Uhr ausgestrahlt wird. Rund 100 Besucher waren zur Diskussion gekommen, die erwartet kontrovers ablief.

Moderatorin Anke Genius hatte im Vorfeld versucht, kompetente Gesprächspartner einzuladen. Ihren Aussagen zufolge war jedoch die CDU nicht bereit, einen Experten zu stellen. Die Stadtverwaltung lehnte eine Teilnahme mit dem Hinweis darauf ab, dass sie genügend informiert habe, und SPD-Fraktionsvorsitzender Stephan Dieckmann sagte krankheitsbedingt kurzfristig ab. 

Mit Manfred Rebensburg (Grüne) und Landrat Carsten Harings waren zwei Befürworter eines Tausches der Liegenschaften von St.-Peter-Schule sowie Hunteschule am Start. Als Gegner stellten sich Jens-Peter Hennken (CDW) und Elternvertreterin Christin Rollié den Fragen. Das Publikum im Saal war mehrheitlich gegen einen Schultausch und brachte das durch Beifall zum Ausdruck.

„Sie dürfen sich ruhig bemerkbar machen“, ermuntert Genius die Anwesenden. Für das informierte Publikum gab es aber wenig Neues zu hören, denn Rebensburg legte wie bisher dar, dass die Stadt seiner Meinung nach keinen Schulneubau finanzieren kann, weil sie zu hoch verschuldet ist

Das Publikum hatte ausgiebig Gelegenheit, die eigene Meinung zu vertreten. Viele Gäste waren gegen den Schultausch.

Diesen befürworteten aber auch Rollié sowie Hennken nicht: „Wir wollen den Kompromiss. Die Hunteschule bleibt, wo sie ist, und an der St.-Peter-Schule werden Anbauten für die Grundschulen erstellt“, erklärten beide und verwiesen darauf, dass das die preisgünstigste Lösung wäre. „Die Holbein- und die St.-Peter-Schule leben seit Jahrzehnten miteinander. Das ist gute Praxis“, so Hennken, der beklagte, dass SPD und Grüne den Kompromiss kategorisch ablehnen.

„Wir lösen mit dem Tausch kein Raumproblem, aber die Heemstraße ist für die Grundschüler viel unsicherer“, so Rollié mit Blick auf ein hohes Verkehrsaufkommen.

Harings ist zwar für einen Schultausch, er sagte aber deutlich: „Der Landkreis drückt der Stadt nichts auf.“ Wenn sich die Mehrheitsverhältnisse in Wildeshausen ändern würden, sei der Landkreis bereit, zu reagieren. 

Unter dem Strich gab es – wie zu erwarten war – keine Lösung. „Das ist aber auch nicht unser Ziel gewesen“, so Genius. „Wir wollen das Gespräch suchen. Und wir werden die kontroverse Diskussion weiter verfolgen.“

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