Kontroverse zu Hochwasserschutz im Stadtrat/Kritik an Optik und Standort

„Grünes Licht“ für Senioreneinrichtung

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An dieser Stelle soll die neue Senioreneinrichtung entstehen.

Wildeshausen - Die Wogen schlagen jedes Mal hoch, wenn es in den politischen Gremien von Wildeshausen um den Bau einer Seniorenpflege- und Wohneinrichtung direkt an der Hunte auf dem Gelände einer ehemaligen Fleischerei an der Heemstraße geht. Während Heiner Spille (UWG) am Donnerstag im Stadtrat von einem „grundsätzlich falschen“ Standort und einer „städtebaulichen Katastrophe“ sprach, mahnten Helmut Müller (FDP) und Wolfgang Sasse (CDU) an, dass Investoren Sicherheit für ihre Vorhaben haben müssten.

Gegen eine derartige Einrichtung in Wildeshausen ist grundsätzlich niemand, doch der Standort im Überschwemmungsgebiet regt viele auf. Ein Bau an der Stelle ist nur möglich, weil es dort schon einen Bebauungsplan gibt und großflächig Retentionsflächen ausgewiesen werden. „Die liegen aber hinter der Bahn, Wie soll das Wasser dort hinfinden?“, fragte Spille. Er habe keine Lust, beim Auspumpen der Keller zu helfen, wenn diese voll gelaufen seien. Rainer Kolloge (UWG) monierte, dass wegen des Bahndammes ohnehin schon wenig Platz für die Hunte sei. Zudem fand er die Vorstellung wenig verlockend, von der Alexanderkirche und dem historischen Wall auf „solche Gebäude zu blicken“. Auch die Grünen konnten sich mit der Lage nicht anfreunden. „Wir haben in den vergangenen Jahren sehr viel in Überschwemmungsgebieten gebaut“, sagte Manfred Rebensburg. Die Bahnbrücke sei ein Nadelöhr, die Hochwassergefahr groß. „Deshalb können wir nicht zustimmen.“

Bauamtsleiter Michael Müller wies die Befürchtungen einer größeren Hochwassergefahr zurück. Fachgutachter hätten das genau berechnet. Es sei genügend Retentionsfläche vorhanden, um das verdrängte Wasser aufzunehmen.

Über diesen Aspekt mochten einige Ratsmitglieder ohnehin nicht mehr diskutieren. „Der Standort ist gut, weil er zentral in Wildeshausen liegt. Ich freue mich auf die Einrichtung“, sagte Evelyn Goosmann (SPD). Stefan Brors (CDU) verwies auf den demografischen Wandel, den man berücksichtigen müsse. Helmut Müller bezeichnete den aktuellen Zustand als „städtebaulichen Missstand“. Wenn man den Hochwasserschutz gewollt hätte, hätte man vor 20 Jahren schon eine Grünfläche daraus machen können. Nun gebe es ein Vorhaben und es sei unglücklich, wenn das wieder infrage gestellt würde. Bei sieben Gegenstimmen wurde die Änderung des B-Planes dann genehmigt.

dr

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