28 Kinder erleben beim „Türöffner-Tag“ das Krankenhaus ganz hautnah

Komplizierte Operationen mit Gummibärchen

Ives Garre mit seinen Söhnen Linus (r.) und Jonte (3) bei der Arbeit mit laparoskopischen Geräten.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Im Wildeshauser Krankenhaus Johanneum wurden am Montag Gummibärchen anstelle von Blinddärmen herausoperiert. Der Operationssaal war stundenlang für Kinder reserviert, denn im Rahmen des „Türöffner-Tages“ zeigten der Leitende Arzt Ives Garre und sein Team 28 Mädchen und Jungen, was normalerweise hinter verschlossenen Türen unter keimfreien Bedingungen passiert.

Ganz so locker ging es aber auch bei den Kindern nicht zu. Sie mussten sich nicht nur die Hände desinfizieren und einen Mundschutz tragen. Sie wurden auch mit extra angefertigten T-Shirts, Hosen und Schuhüberzügen ausgestattet, damit der OP schnell wieder einsatzbereit gemacht werden konnte.

Im Operationssaal zeigte Chirurg Ives Garre die Vorbereitungen für einen Eingriff. - Fotos: Rohdenburg

Der 3. Oktober steht bei der „Sendung mit der Maus“ traditionell im Zeichen der Kinder und Familien. Garre ist Vater von drei Kindern im Alter von ein, drei und sechs Jahren. „Da wird natürlich die Sendung mit der Maus geschaut“, berichtete der 48-jährige Chirurg. Er schätzt die dort präsentierten Sachgeschichten ganz außerordentlich. „Das wird sehr gut und kindgerecht aufbereitet“, so der Mediziner. „Das weckt auch das Kind im Mann.“ Ganz besonders hat es bei Garre aber die Idee geweckt, dass das Johanneum doch mal am „Türöffner-Tag“ teilnehmen könnte. „Kinder fragen sehr differenziert nach“, so seine Erfahrung. „Und bei Tagen der offenen Tür fallen sie oft ein wenig herunter bei der Wissensvermittlung.“

In Absprache mit Johanneum-Verwaltungsdirektor Hubert Bartelt bewarb sich das Krankenhaus und wurde das Maus-Projekt entwickelt, sodass zwei Gruppen den Operationssaal sehen konnten.

Mit dabei waren Fachärztin Silke Sawatzki, OP-Koordinator Markus Spills sowie OP-Schwester Kristin Neumeier. Nach dem Umkleiden ging es in die Schleuse, durch die auch ein Patient in den Operationssaal gelangt. Garre berichtete, welches Material und welche speziellen Instrumente benötigt werden.

Im Saal staunten die Kinder nicht schlecht, als sie selbst einige Geräte ausprobieren durften. Natürlich keine Skalpelle. Diese blieben fest verschlossen. Wer Lust hatte, konnte seine chirurgischen Fähigkeiten gleich selbst mit laparoskopischen Instrumenten für die minimal-invasive Chirurgie (Schlüssellochchirurgie) unter Beweis stellen. Mit Hilfe der Videotechnik mit winziger Kamera und einer kleinen Zange versuchten die Mädchen und Jungen, am Simulationsgerät Gummibärchen zu greifen. Im OP zeigte ihnen Garre unter anderem, wie ein Narkosegerät funktioniert und wie das Elektrokardiogramm (EKG) die Arbeit des Herzens aufzeichnet.

Zur Arbeit eines richtigen Chirurgen gehören auch Pausen nach abgeschlossenen Operationen. Im Pausenraum beantwortete Garre die Fragen der Kinder, die sich mit Muffins und Saft stärken konnten. Außerdem gab es interessante Dinge zum Mitnehmen vom Johanneum und von der Sendung mit der Maus.

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