Aufteilung geplant: Gemeinden schaffen lokales Netzwerk – Landkreis bildet aus

Kommunen regeln Seniorenservice neu

Wildeshausen - Landkreis und Kommunen planen, die Betreuung von Senioren stärker untereinander aufzuteilen. Nötig ist dieser neue Ansatz, weil die Gemeinde Wardenburg sich Ende 2015 geweigert hatte, den Seniorenstützpunkt für den ganzen Landkreis Oldenburg weiterzuführen. Nun ist eine Nachfolgelösung in Sicht.

Die Aufgabenteilung sieht in groben Zügen vor, dass die Kommunen ein Netzwerk vor Ort zur Seniorenarbeit schaffen, während der Landkreis übergeordnete Aufgaben wie die Ausbildung von Ehrenamtlichen übernimmt. Konkret bedeutet das, dass die Kommunen feste Ansprechpartner für die Altenhilfe aus ihrer Verwaltung benennen. Diese sollen eine neutrale Beratung und Informationen zu den Hilfsangeboten vor Ort bieten. Zudem haben sie die ehrenamtlichen Angebote im Blick, helfen Interessierten, das richtige Engagement zu finden. Gleichzeitig dienen sie als Anlaufstationen bei Problemen und Fragen von Freiwilligen. Des Weiteren vermitteln die jeweiligen Verwaltungsmitarbeiter Seniorenbegleiter und Wohnberater.

Die Aus- und Fortbildung von Letzteren nimmt hingegen der Landkreis unter seine Fittiche. Für Seniorenbegleiter sind zwei Kurse pro Jahr mit je 20 Teilnehmern angedacht. Sozialdezernent Bodo Bode führt dazu Gespräche mit der Volkshochschule Wildeshausen. Die Leitstelle „Älter werden“, die der Landkreis fortführt, kümmert sich derweil um die Wohnberater. Diese stehen Senioren zur Seite, wenn es darum geht, eine Wohnung an die Ansprüche des Alters oder eine eventuelle Pflegebedürftigkeit anzupassen. Für beide Gruppen von Ehrenamtlichen steht im Kreis-Etat ein Budget von 2 000 Euro pro Jahr für Fortbildungen, Treffen und Gespräche untereinander, um sich zu besprechen, zur Verfügung. Zudem bietet der Landkreis einmal pro Jahr einen Erfahrungs- und Meinungsaustausch der in der Altenhilfe tätigen Mitarbeiter in den Kommunen an.

Diese Aufteilung hat eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Dötlinger, Wardenburger und Ganderkeseer Vertretern sowie Bode, vorgeschlagen. Die Runde der Bürgermeister hat sich mit dem Vorschlag beschäftigt und ihn „dem Grunde nach begrüßt“, so Bode in einem Bericht der Kreisverwaltung. Er wartet noch auf das ausführliche Protokoll der Runde von Anfang September, um dann konkret mit der Umsetzung zu beginnen. Der Kreistag muss sich nicht mit dem Vorhaben befassen.

Was die Ausgestaltung der einzelnen Punkte vor Ort ausgeht, haben die Verwaltungen relativ viele Freiheiten. „Die Ausprägung der Aufgabenwahrnehmung (...) ist abhängig von dem jeweiligen Bedarf vor Ort“, stellt Bode fest. Das heißt, es könnte Gemeinden geben, in denen das lokale Netzwerk etwas engmaschiger beziehungsweise löchriger ist als in anderen. Nach etwa einem Jahr ist eine Überprüfung der Umsetzung geplant. - bor

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