Kommentar zum Thema Flüchtlinge und Kriminalität

Beide Seiten müssen ihren Teil leisten

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Ein Kommentar - Von Ove Bornholt. Die Einschätzung der Polizei zeigt zum einen, dass sich viele Straftaten von Flüchtlingen gegen ihresgleichen richten. Zum anderen machen sie deutlich, dass sie nicht krimineller sind als Deutsche. Der Anteil der von Asylbewerbern verübten Straftaten an allen Verbrechen ist zudem gering.

Flüchtlinge haben ein Recht darauf, nicht von vornherein als Straftäter gesehen zu werden. Die Vorverurteilung wird der einheimischen Bevölkerung jedoch leicht gemacht. Geistige Brandstifter schlagen im Internet Alarm, wenn die Polizei nach südländisch aussehenden Tätern fahndet, Boulevard-Medien befeuern die Debatte um der lieben Auflage willen, und ein Teil des AfD-Führungspersonals schlägt auch mal vor, auf Asylbewerber zu schießen.

Autor Ove Bornholt

Doch das Problem sitzt tiefer. Gerade auf dem flachen Land herrscht eine große Skepsis gegenüber Kulturen, die in so vielen Dingen völlig anders sind, als die christliche, demokratische und marktwirtschaftliche Tradition es hierzulande vorgibt. Viele Flüchtlinge kommen aus Ländern, deren Werte jahrhundertelang vom Islam zumindest mitbestimmt wurden. Der Anpassungsprozess wird Jahrzehnte dauern.

Und wer mag schon Veränderungen? Es wäre doch schön und gemütlich, wenn alles beim Alten bliebe. Aber das tut es nicht. Die neuen Nachbarn sind da. Und sie unterscheiden sich stark von den Einheimischen. Um ein gutes Zusammenleben zu ermöglichen, müssen sich beide Seiten engagieren.

Die Flüchtlinge sollten sich ein Stück weit eingliedern und ihr Leben dem neuen Umfeld anpassen. Der Handschlag beispielsweise ist eine jahrhundertealte Sitte hierzulande. Es gibt keinen Grund, warum Frauen ihn gegenüber Männern verweigern sollten.

Auf der anderen Seite sollten die Einheimischen ihren neuen Nachbarn Respekt erweisen und sie nicht wegen einiger Einzelfälle als Bedrohung wahrnehmen. Der böse schwarze Mann ist ein Mythos, den der rechte Rand gerne pflegt, aber kein aufrechter Demokrat sollte darauf hereinfallen und den neuen Nachbarn stattdessen lieber die Hand reichen.

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