Oberst nimmt auf Sänfte Platz

Gildefest-Generalprobe: Dem Königstraum ganz nah

Oberst Wilhelm Meyer musste – wie schon sein Vorgänger Ernst Frost – das Probetragen der Könige über sich ergehen lassen, und er genoss es mit breitem Grinsen. - Foto: Nosthoff
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Oberst Wilhelm Meyer musste – wie schon sein Vorgänger Ernst Frost – das Probetragen der Könige über sich ergehen lassen, und er genoss es mit breitem Grinsen.

Wildeshausen - Zwar haben sie es in der Wildeshauser Schützengilde längst bis zum Schaffer gebracht und sind nun als Oberst und Oberstleutnant höchste Würdenträger. Doch eines war Wilhelm Meyer und Harro Grotelüschen bisher immer verwehrt geblieben: Nämlich auf der Sänfte Platz zu nehmen, in der die neuen Könige am Pfingstdienstag zum Krönungstisch getragen werden. Diese hohe Ehre wurde ihnen nun am Freitagabend im Krandel zuteil – wenn auch nur probehalber. Denn für die Königskompanie stand das Übungstragen auf dem Dienstplan.

Nicht umsonst wurde dieser Termin im Jahr 2008 als Pflichtveranstaltung eingeführt. Denn als der neue König Jens-Christian Senger im Vorjahr unter Jubel in die Luft gehoben wurde, stellte sich eine gefährlich anmutende Schieflage der Sänfte ein – und Senger lag schon kurz darauf im nassen Gras. Die Frage, ob es am Regen oder der späten Uhrzeit – Senger hatte den Papagoy erst um 20.30 Uhr von der Stange geholt – lag, blieb im Nachhinein ungeklärt. Sicher ist, dass sich die Könige nach diesem „Fastunfall“ ein Schwächeln – auch unter besonderen Umständen – in keinem Fall wieder erlauben wollten. Der Testdurchlauf vor Pfingsten hat sich daher bewährt – wohl auch nicht zuletzt deshalb, weil sich nach der „Arbeit“ für alle Anwesenden immer ein gemütliches Grillen im Krandel anschließt.

„König hatte ja ein dankbares Gewicht“

„Unser König Lars Kröger hatte ja ein dankbares Gewicht“, erinnerte sich Jörg Schilling, König aus dem Jahr 2013, an den „Ernstfall“ vom vorherigen Pfingstfest. Doch den Trägern ist klar, dass sie für alle Gewichtsklassen gerüstet sein müssen. Zunächst einmal machten sich also Schilling, Jan Poppe (König 2014), Oliver Rosemeier (2015) und Lars Kröger daran, eine recht wertvolle Fracht emporzuheben: Oberst Meyer sollte standesgemäß in den Genuss des In-der-Sänfte-Getragen-Werdens kommen – so wie es schon sein Vorgänger Ernst Frost einige Male hat über sich ergehen lassen müssen. Das Hochheben klappte, das Laufen auch, und die Sänfte sah dabei sogar noch recht gerade aus. Meyer jubelte den Anwesenden probehalber zu und drehte mit breitem Grinsen seine Ehrenrunde.

Die Träger ließen ihren Oberst sodann wieder runter, wischten sich den Schweiß von der Stirn und dachten schon, ihrer Pflicht Genüge getan zu haben. Doch da meldete sich Grotelüschen zu Wort: „Ihr solltet noch mal mit einer anderen Gewichtsklasse proben.“ Für Kröger stand fest, dass der Oberstleutnant nach diesem Einwurf nicht ungeschoren davonkommen durfte. So wurde der Offizier zur Sänfte geleitet, musste Platz nehmen und durfte erleben, was zwei Jahre zuvor schon sein Enkel, der Kinderkönig Finn Grotelüschen, genossen hatte: die Aussicht von der Königssänfte.

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