Andreas Tonn ist neue Majestät der Schützengilde

König und Kinderkönig kommen aus einer Familie

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Andreas Tonn wurde von seinem Gildeclub bejubelt. Er ist Majestät bei den Erwachsenen, Sohn Lasse bei den Kindern.

Wildeshausen- Von Dierk Rohdenburg. Das hat es in Wildeshausen wohl noch nicht gegeben. Kinderkönig und König kommen aus der gleichen Familie. Ein Jahr, nachdem der zehnjährige Sohn Lasse den Vogel abschoss, gelang das gleiche Kunststück dem Vater. „Lasse, ich bin bei dir!“, jubelte Andreas Tonn nach dem entscheidenden Treffer im Krandel.

Das Königsschießen der Gilde sorgt gerne für Geschichten, die man sich kaum ausdenken kann. Der 41-jährige Fleischermeister aus Wildeshausen nahm zum fünften Mal am Schießen teil. „Das ist total klasse hier, deswegen bin ich immer wieder dabei“, sagte er schon nach dem ersten Schießen, das er siegreich abschloss. Dabei hatte ihn Lasse sogar ein wenig überredet. Er hatte ein schlagendes Argument: „Papa, wenn du gewinnst, regieren wir drei Tage lang gemeinsam Wildeshausen.“

Zunächst musste Andreas Tonn ins Stechen gegen Hans-Jürgen Voß, das er souverän gewann. Der 41-Jährige ist mit Stefanie verheiratet und hat sechs Kinder. Bald sind es sogar sieben, denn die Geburt ist für Juli geplant. Tonn ist seit 1995 im Pfingstclub „Pfingst GmbH 2001“. Er marschiert in der Kompanie Westertor aus.

Andreas Tonn lässt sich feiern.

25 Bewerber gab es dieses Jahr. Sie schossen in vier Gruppen. Der erste Durchgang zog sich lange hin. „Ihr müsst nicht auf den Schatten schießen“, monierte Schießausschussvorsitzender Artur Gabriel, als er den Vogel noch einmal nach unten fahren ließ. Schließlich konnte sich Dietrich Kirchhoff durchsetzen.

Auch im zweiten Durchgang dauerte es, bis der Vogel fiel. „Hier wurde deutlich mehr Holz als Metall getroffen“, schilderte Oberleutnant Manfred Wulf als Moderator die Situation. „Nun sollen sich die Teilnehmer mal anschauen, was sie angerichtet haben. Eine halbe Stunde länger und der Kugelfang wäre demoliert.“ Tonn machte es dann gut und holte den Vogel herunter.

Schnelles Stechen im dritten Durchgang

Im dritten Durchgang kam es recht schnell zu einem Stechen zwischen Ralf Großmann und Carsten Petermann, das der Letztgenannte für sich entschied. Im vierten Durchgang ging es noch schneller. Björn Barkemeyer holte den Vogel nach drei Schüssen von der Stange. Er war vor 25 Jahren Vize-Kinderkönig geworden und wollte es nun bei den Erwachsenen besser machen.

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Am Ende hatte Tonn jedoch den besseren Schuss, nachdem der Vogel nach einmaligem Herunterfahren nur noch einen Zentimeter auf der Stange lag. Sofort war er von seinem Gildeclub umringt und wurde gefeiert. Kurz darauf kam Sohn Lasse zu ihm und umarmte ihn, bevor es auf der Sänfte zum Krönungstisch ging.

Der Sturz von Andreas Tonn war zu schnell für die Kamera, die nur eine unscharfe Aufnahme machen konnte.

Dabei gab es zehn Jahre nach dem Sturz von König Jens-Christian Senger erneut ein Malheur, denn auch der neue König bekam Übergewicht und fiel zu Boden.

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