„Knagge“ hat erheblichen Sanierungsbedarf/Seit Jahren nichts gemacht

Villa kommt in die Jahre – aber zerfallen soll sie nicht

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Von den Wänden bröckelt der Putz.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Sie wurde im Jahr 1852 von Johann Lambert Knagge gebaut, sodass es verständlich ist, dass die Villa Knagge in Wildeshausen in die Jahr gekommen ist. Allerdings sei das kein Freibrief dafür, dass sie langsam aber sicher verfällt. Immerhin sei dieses Baudenkmal eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt, meinen einige Anwohner. Niemand kann begreifen, warum die Stiftung Johanneum, in deren Besitz die Villa auf Erbpacht ist, nichts unternimmt.

So auch Birgit Oliver, die seit elf Jahren in unmittelbarer Nachbarschaft am Brauereiweg wohnt: „Es stimmt schon traurig, wenn ich sehen muss, wie der Zustand des Hauses immer mehr den Bach runter geht.“ Sie selber sei Maler und Lackierer und kenne sich unter anderem mit Fassaden aus: „Das Mauerwerk ist in einem desolaten Zustand, teilweise sind weder Putz noch Farbe vorhanden. Es ist blanker Stein zu sehen.“ Und das sorge dafür, dass bei Schlagregen Feuchtigkeit eindringen könne: „Das Ergebnis ist, dass sich Hausschwamm und Schimmel bilden.“

Nicht anders verhalte es sich mit Fenstern, Gesimsen und Verzierungen. „Durch den fehlenden Schutzanstrich ist das Holz der Witterung ausgesetzt und verrottet“, sagt Oliver.

Auf Nachfrage teilte Hubert Bartelt, Verwaltungsdirektor des Krankenhauses Johanneum mit, dass die Villa Mitte der 1990er-Jahre in enger Zusammenarbeit von Stiftung, Kirchengemeinde St. Peter, dem Bischhöflich Münstersches Offizialat Vechta, den Mietern und den Denkmalschutzbehörden umfassend saniert worden sei. Innen wie außen seien in den zurückliegenden Jahren regelmäßig Instandhaltungs-maßnahmen durchgeführt worden.

„Die Villa Knagge ist in die Jahre gekommen, und uns ist bewusst, dass in absehbarer Zeit wieder gehandelt werden muss. Uns geht es um den Erhalt des historischen Gebäudes“, erklärt Bartelt. Handlungsbedarf bestünde insbesondere bei der aufwendigen Holzkonstruktion der Veranda und der Fassade: „Kleinere Reparaturarbeiten am und im Gebäude werden jeweils kurzfristig erledigt.“ Jedoch seien Sanierungs- und insbesondere Restaurationsarbeiten Maßnahmen, die den Auflagen des Denkmalschutzes unterlägen. Das sei aufwendig und kostenintensiv: „Daher arbeitet die Stiftung mit allen Beteiligten derzeit an einer Konzeption zur Ermittlung und Durchführung der notwendigen Arbeit sowie deren Fianzierung.“

Oliver betonte, dass es wichtig sei, jetzt möglichst schnell zu handeln, um die Villa Knagge nicht noch mehr dem Zerfall preiszugeben: „Dieses Schmuckstück muss unbedingt erhalten bleiben.“

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