Landwirt spart 150 Tonnen Treibhausgas ein

Klimaschutz: Von der Gülle bis hin zum Elektro-Auto

Mindestens 58 Mitarbeiter der Kreisverwaltung kommen mit dem Fahrrad statt dem Auto zur Arbeit. - Foto: bor

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Wenn Ansgar Lasar kommt, atmet das Klima auf. Zumindest ein bisschen. Denn der Klimabeauftragte der Landwirtschaftskammer (LWK) berät Bauern und empfiehlt Schritte, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu bremsen. Rund 150 Tonnen spart ein Betrieb, den Lasar besucht.

Zu sechs Höfen ist Lasar bisher von seinem Büro an der Mars-la-Tour-Straße in Oldenburg zu Nachhaltigkeits-Checks im Landkreis Oldenburg aufgebrochen. Das Angebot spricht sich unter den Bauern offenbar herum: Für September sind weitere zwölf Beratungen terminiert.

„Ich drehe an den Schrauben, die verbessert werden können“, sagt Lasar. Und das sind: stromsparende Technik, treibhausgasfreundliche Erzeugung von Futter, Einsparung von Gülle-Gasen und der Bezug von Dünger aus Fabriken, die moderne Filter verwenden. Konkret geht es mal um die Anschaffung eines Plattenkühlers für den Melkstand oder die Fütterung mit Raps- statt Sojaschrot, für das in Amerika nach wie vor Regenwald gerodet werde. Und nicht zu vergessen den schnellen Transport von Gülle in die Biogasanlage, aus der kein Gas mehr entweicht.

Der Bezug von Soja sei ein „dicker Brocken, der vielen Betrieben gar nicht bewusst ist“, berichtet Lasar. Auch bei Gülle werde oft zu wenig beachtet, dass „es auf die Frische ankommt“. Bei direkter Lieferung würden Emissionen gespart und die Ausbeute sei auch besser.

Durch all die Schrauben, an denen der LWK-Angestellte dreht, gelingt je nach Struktur des Betriebs die Verringerung des Treibhausgas-Ausstoßes mal um 54, mal um 212 Tonnen.

Zum Vergleich: Ein Bundesbürger verbraucht laut Zahlen des Umweltbundesamts pro Jahr 11,5 Tonnen Treibhausgas (2012). Mit seinen Besuchen wiegt Lasar also statistisch gesehen im Schnitt den Anteil von 13 Menschen auf.

Dabei handelt er in Abstimmung und ganz im Einklang mit der Kreis-Klimaschutzmanagerin Manuela Schöne, die in den kommenden Monaten einige weitere Ideen umsetzen möchte. Dazu gehört nicht nur, Kreishaus-Mitarbeiter dazu zu motivieren, mit dem Rad zur Arbeit zu kommen. Dieses Jahr machen 58 und damit deutlich mehr als im vergangenen Jahr mit. Die Aktion wird von der Krankenkasse AOK unterstützt.

Dienstreisen nur mit Bahn und Bus

Schöne will ihre Kollegen auch anregen, Fahrgemeinschaften zu bilden. Was Dienstreisen betrifft, geht sie mit gutem Beispiel voran und setzt dabei ganz auf öffentliche Verkehrsmittel.

Und was hat sie noch vor? Fahrschulen sollen für ein paar Wochen ein Elektro-Auto zur Verfügung gestellt bekommen, damit die jungen Leute erste Erfahrungen mit dieser Technik machen.

In eine ähnliche Richtung geht ihr Vorhaben, Elektriker beruflich weiterzubilden, damit sie einen Überblick über den Markt für Ladesäulen für E-Autos gewinnen.

Auch wünscht sie sich, dass es in jedem Jahr einen Klimaschutzaktionstag in einer Gemeinde des Landkreises gibt. Dieser könnte sich an eine bestehende Veranstaltung wie den Schnäppchenmarkt am Wochenende in Wildeshausen anschließen.

Zudem wirbt sie für die Teilnahme von Jugendgruppen an der Klima-Challenge und überlegt in den kommenden Wochen, wie sie möglichst sinnvoll Bundesfördermittel für Repair-Cafés, in denen zum Beispiel Fahrräder instand gesetzt werden, nutzen kann.

Im Rückblick auf die „Clever-Heizen“- und Solar-Check-Kampagnen zeigt sich Schöne übrigens zufrieden. Bei Ersterer habe es 200 und bei Letzterer 300 Beratungen gegeben. Die Auswertung der Solarchecks habe ergeben, dass rund ein Drittel der Haushalte empfohlene Maßnahmen umgesetzt haben oder es fest vorhaben. Das entspräche der Erfolgsquote in anderen Kommunen. „Und 98 Prozent würden die Beratung weiterempfehlen“, freut sich Schöne besonders.

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