Kletterwand, Holzwerkstatt und Wildnisabenteuer 

Mädchen experimentieren jenseits von Rollenbildern

Beim Regale zimmern arbeiteten die Mädchen mit Stichsäge, Bohrer und Schleifmaschine. - Fotos: Nosthoff

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff. Mit Stichsäge, Bohrer und Schleifmaschine gingen die zehn- bis 14-jährigen Mädchen am Sonnabend während des achten „MIA – Mädchen in Aktion“-Tages in Heike Agrestis Holzwerkstatt im Wildeshauser Jugendzentrum „Jott-Zett“ zu Werke. Sie zersägten Paletten, um daraus Regale zu zimmern. In anderen Workshops standen für die fast 130 Teilnehmerinnen aus dem ganzen Landkreis Graffiti, Improtheater, Wildnisabenteuer, Klettern, Streetdance oder Foto-Experimente auf dem Programm.

Drei Neuheiten gab es unter den 15 Workshops an den verschiedenen Standorten in Wildeshausen und außerhalb: Zum ersten Mal bot Fadime Demir vom „Treffpunkt Mittendrin“ Lavendel-Druck auf Stofftaschen an. Zum Foto-Workshop „Wie siehst du mich, wie seh‘ ich dich?“ hatte Marianne Steinkamp erstmals eingeladen. Mit Ann-Kathrin Reuter aus Bookholzberg konnten die Mädchen sich sogar unter dem Motto „Stop-Motion – Viele Fotos, ein Film!“ an das Thema Trickfilm herantasten und selbst einen solchen produzieren.

Wie nebenbei beschäftigten sich die Teilnehmerinnen in den verschiedenen Workshops mit Rollenbildern von Mädchen – egal, ob sich das Workshop-Thema auf den ersten Blick als typisch oder untypisch für Mädchen präsentierte. Wichtig war es den Organisatoren, auch Alternativen zu klischeehaft typischen „Mädels-Sachen“ anzubieten. „Es geht darum, den Mädchen die Möglichkeit zu geben, sich auszuprobieren und auch mal etwas Neues zu versuchen. In allen Workshops steht außerdem die Kreativität ganz stark im Vordergrund“, so Organisatorin Beate Pollak vom Jugendamt. Zum Organisationsteam gehören unzählige helfende Hände vom „Arbeitskreis für Mädchenarbeit im Landkreis Oldenburg“, der alle Jugendpflegen des Landkreises miteinander vernetzt.

In den meisten Fällen wechselten die Teilnehmerinnen nach dem Mittagessen den Workshop. Das „Abenteuer Wildnis“ in Kooperation mit dem Verein „Emotion“ und der Workshop „Mutter sein für einen Tag“ in Zusammenarbeit mit dem Verein „donum vitae“ nahmen allerdings den ganzen Tag in Anspruch. Zu den mädchentypischen Themen gehörten auf jeden Fall das Cupcakes-Backen mit Sylke Heil (Ganderkesee) im Waltberthaus sowie die „Ponyaktionen“ auf Brigitte Malcharczyks Hof im Hespenbusch in Großenkneten unter dem Motto „Mädchen und Ponys – die große Liebe?“.

An der Kletterwand in der Wallschule gingen die Teilnehmerinnen bis an ihre Grenzen und überwanden elementare Ängste. Dass auch im Umgang mit „schwerem Gerät“ wie Stichsäge, Bohrer oder Schleifmaschine viel „Angstpotenzial“ steckt, konnte Agresti in der Holzwerkstatt feststellen. Viele der Mädchen betraten mit der handwerklichen Arbeit Neuland, lernten dabei aber schnell dazu und gestalteten ebenso praxistaugliche wie kreative Regale, auf die sie teilweise sogar ihre Namen einbrannten.

Die Theaterpädagogin Ulrike Herrwig wies ihre Gruppen in die Geheimnisse des Improtheaters ein und verriet, wie für die Zuschauer „magische Momente“ entstehen können. Die Mädchen setzten ihre Tipps auf der Bühne mit großem Ideenreichtum um. Spontan erfand ein Mädchen die Figur eines Pizzalieferanten, der plötzlich 300 Euro für seine Lieferung verlangt, da die Pizza mit einer teuren Mischung aus Antarktis-Eis und einem seltenen indischen Gewürz hergestellt sei.

Schnell hatten die Nachwuchs-Sprayerinnen raus, dass es beim Graffiti auf die richtige Sprühtechnik ankommt.

Ganz eifrig bei der Sache waren auch die Teilnehmerinnen des Graffiti-Workshops mit Swantje Neubauer aus Ganderkesee. Nach der Lehrmethode des Bremer Graffiti-Künstlers und –Dozenten Siko Ortner gestalteten sie mit verschiedenen Sprühfarben zuerst die Leinwand-Hintergründe und fertigten dann Schablonen an, um auf die getrocknete Farbe dann noch Schriftzüge, Muster, Blumen oder Tiere aufzusprayen. So entstanden Türschilder, ein Boxenschild fürs Pony und Geschenke für Eltern, Geschwister oder Freunde.

Mit einem Austausch unter allen Teilnehmerinnen und einem gemeinsamen Abendessen fanden die Projekte einen runden Abschluss. Danach durften sich die Mädchen in der „Girls-Disco“ im „Jott-Zett“ bis 20 Uhr noch einmal richtig austoben.

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