Ehepaar Huck bringt denkmalgeschütztes Gebäude in Wildeshausen wieder auf Vordermann

Kleinod an der Kirchstraße saniert

Im Eingangsbereich: Stefan Effenberger, Insa Huck und Stephan Damke (v.l.) zeigen die gesäuberten und neu verlegten Zementfliesen.	Foto: dr
+
Im Eingangsbereich: Stefan Effenberger, Insa Huck und Stephan Damke (v.l.) zeigen die gesäuberten und neu verlegten Zementfliesen. Foto: dr

Wildeshausen – In Wildeshausen ist ein weiteres, unter Denkmalschutz stehendes Haus liebevoll saniert worden. Es steht an der Kirchstraße 6.

Wer die schmale Straße in Richtung Alexanderkirche entlang schlendert, fühlt sich an zahlreichen Stellen mindestens ein Jahrhundert zurückgesetzt. Viele Gebäudefronten vermitteln einen Eindruck davon, wie es in der Wittekindstadt vor Jahrzehnten oder sogar im späten Mittelalter ausgesehen hat. Zu den fachgerecht sanierten Objekten gesellt sich nun das Haus Kirchstraße 6, das von außen mit seinen verbundenen Giebeln wie ein Doppelhaus wirkt, aber nur ein ungewöhnlich breites Stadthaus mit zwei Eingängen ist.

Architekt Stephan Damke, der das nebenan liegende Ackerbürgerhaus (Nummer 8) saniert hat, spricht von dem Ensemble an der Kirchstraße und an der Sägekuhle mit einem alten Fachwerkspeicher gerne als „Wildeshauser Schnoor“. Er war es, der Insa und Stephan Huck, gute Freunde aus der Gemeinde Dötlingen, auf die Immobilie aufmerksam machte, die zum Verkauf stand.

Antrag, das Gebäude unter Schutz zu stellen

Das Ehepaar hatte gleich Lust, sich des Hauses anzunehmen und beschloss, es wieder herzurichten und die Wohnungen darin zu vermieten.

Eher ungewöhnlich war, dass Hucks schon kurz nach dem Kauf vor rund drei Jahren bei Denkmalpfleger Stefan Effenberger in der Kreisverwaltung anfragten, ob das Gebäude unter besonderen Schutz gestellt werden könnte. „Ich habe es mir gerne angesehen und bin zu der Einschätzung gekommen, dass es absolut schützenswert ist“, so Effenberger. Letztlich habe das Landesamt für Denkmalpflege das entschieden.

Für Wildeshausen untyptisches Stadthaus

Dem Experten zufolge wurde das Haus etwa im Jahr 1910 gebaut, nachdem ein dort stehendes Ackerbürgerhaus abgerissen worden war. Es handele sich um ein für Wildeshausen untypisches Stadthaus mit Jugendstilanklängen, erklärt Effenberger. Gleichzeitig betont er, dass für das Projekt der Sanierung „sehr viel Mut“ vonnöten gewesen sei. „Ich kann hier von einem Glücksfall sprechen, dass Hucks und Damke mit Liebe zum Detail viele Originalelemente erhalten haben“, lobt Effenberger die Arbeiten, die nach eineinhalb Jahren fast abgeschlossen sind.

Insa Huck spricht von einem „Familienprojekt“. Ihr Mann sei Bauingenieur und habe deshalb gerne viel Arbeit und Wissen in das Haus gesteckt. Aber auch die Eltern und die Kinder hätten mitgeholfen. Das zeigt sich bereits im Eingangsbereich, der nun zur Zweigstelle einer Oldenburger Rechtsanwaltskanzlei gehört, in der Insa Huck als Partnerin arbeitet. Sämtliche Original-Zementfliesen wurden aus dem Boden genommen und von der Familie aufwendig gereinigt. Nun sind sie wieder verlegt, und Damke sagt lobend: „Das sieht vermutlich besser aus als vor 100 Jahren.“

„Mehr gemacht, als ursprünglich geplant“

„Wir waren immer sehr optimistisch mit dem verliebten Blick auf unser Haus“, betont Insa Huck angesichts der Tatsache, dass manch ein Beobachter sich wunderte, was sich die Familie mit drei Kindern an Arbeit aufhalst. Am Ende habe man sogar mehr gemacht, als ursprünglich geplant. Rückblickend habe sich das aber gelohnt.

Für die Kernsanierung unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten wird der Landkreis Oldenburg voraussichtlich einen Zuschuss zahlen. Der ist angesichts der entstandenen Kosten „nur“ eine Anerkennung. Denn Hucks mussten praktisch jeden Raum sanieren, energetisch dämmen und den Denkmalschutzvorgaben entsprechend gleichzeitig möglichst wenig verändern. Alle Fenster wurden erneuert und sehen nun so aus, wie es zu dem Stadthaus passt. Die Dacheindeckung ist neu, die Ziegel richten sich nach alter Optik, die Fassade wurde komplett überarbeitet, orientiert sich jedoch gleichzeitig am Aussehen von vor 100 Jahren.

Für die Wohnung im Obergeschoss mit 100 Quadratmetern Fläche sowie Dachterrasse wird noch ein Mieter gesucht. Interessierte dürfen sich melden.  dr

Vor dem sanierten Haus an der Kirchstraße: Insa Huck wird dort in der Anwaltspraxis arbeiten. Foto: dr

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Perfekt für den Frühling: Weinpaket „Grün, Grüner, Veltliner“

Perfekt für den Frühling: Weinpaket „Grün, Grüner, Veltliner“

Trotz großem Kampf gegen Man City: Aus für den BVB

Trotz großem Kampf gegen Man City: Aus für den BVB

Smartes Housekeeping: Haushaltshilfe einfach online buchen

Smartes Housekeeping: Haushaltshilfe einfach online buchen

Bindung zu Ihrem Hund stärken – Jetzt kostenlos an einem Online-Kurs teilnehmen

Bindung zu Ihrem Hund stärken – Jetzt kostenlos an einem Online-Kurs teilnehmen

Meistgelesene Artikel

Neue Allgemeinverfügung bis zum 9. Mai: Weiter Einschränkungen im Landkreis

Neue Allgemeinverfügung bis zum 9. Mai: Weiter Einschränkungen im Landkreis

Neue Allgemeinverfügung bis zum 9. Mai: Weiter Einschränkungen im Landkreis
Bikerin rast in Schutzplanke und überlebt

Bikerin rast in Schutzplanke und überlebt

Bikerin rast in Schutzplanke und überlebt
Landkreis Oldenburg hebt Ausgangssperre auf

Landkreis Oldenburg hebt Ausgangssperre auf

Landkreis Oldenburg hebt Ausgangssperre auf

Kommentare