Sportverein erhält Hilfe der Stadt Wildeshausen, braucht aber mehr Geld

GW Kleinenkneten in Finanznot

Die Arbeiten am Clubhaus des SV Grün-Weiß Kleinenkneten waren teurer als geplant. archivFoto: bor

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Der Sportverein Grün-Weiß Kleinenkneten (GWK) hat aufgrund einer unerwartet teuren Sanierung des Clubhauses und der Neuanlage des Fußballplatzes finanzielle Probleme. Rund 850 000 Euro haben alle Maßnahmen zusammen gekostet – viel mehr als ursprünglich geplant. Aus diesem Grund wandte sich Vorsitzender Andreas Scholz am Donnerstagabend an den Finanzausschuss der Stadt Wildeshausen mit der Bitte um einen Zuschuss zu den jährlichen Betriebskosten sowie um Hilfe für Zinsen und Tilgung eines zur Überbrückung aufgenommenen Darlehens. Allerdings wollte ihn die Politik nur zum Teil unterstützen.

Scholz bat um 120 000 Euro für den Kredit, aufgeteilt auf zehn Jahre, und 27 000 Euro pro Jahr, um laufende Kosten zu bewältigen. Der Ausschuss empfahl mehrheitlich, für die kommenden fünf Jahre jeweils 12 000 Euro bereitzustellen, sodass GWK seine Verbindlichkeiten erst einmal bedienen kann. Dann soll der Verein die Möglichkeit haben, einen Folgeantrag zu stellen. Was den jährlichen Betriebskostenzuschuss anging, verwies die Politik die Beratung in den zuständigen Fachausschuss.

„Laufende Betriebskosten können in diesem Rahmen nicht beraten werden“, erklärte Kämmerer Thomas Eilers das Vorgehen. Hintergrund ist, dass es am Donnerstag um die Projektförderung für Vereine ging. Allerdings zeigten sich die Ausschussmitglieder skeptisch, ob GWK mit einer so großen jährlichen Summe rechnen kann. „Sie werden das Geld wahrscheinlich nicht kriegen“, machte Marko Bahr (FDP) den Vertretern des Sportvereins nicht gerade Mut. Auch Matthias Kluck (SPD) war skeptisch.

Scholz verwies darauf, dass der Verein bereits die Beiträge für die 260 Mitglieder erhöht habe und kommendes Jahr eine weitere Steigerung vorgesehen sei. „Ich weiß nicht, wie es kommt. Eigentlich bleiben uns nur noch Sparmaßnahmen“, sah der Vorsitzende die Zukunft alles andere als rosig, wenn es keinen jährlichen Betriebskostenzuschuss der Stadt gibt.

Ausschuss berät über weitere Anträge

In der Politik herrschte schnell Einigkeit, dass zumindest die 12 000 Euro über fünf Jahre für den Kredit bewilligt werden müssten. „Sonst belasten wir den Verein vielleicht zu stark“, meinte Bahr. Kluck verwies auf die mehr als 4 000 Stunden, die Mitglieder ehrenamtlich bei der Sanierung geleistet hätten. Das sei beachtlich. Jens-Peter Hennken (CDW) zeigte sich bereit, zu helfen, machte aber auch klar: „120 000 Euro, das ist schon ein ordentlicher Schluck aus der Pulle. Und das wisst ihr auch.“ Wolfgang Däubler (UWG) befand, dass zehn Jahre ein zu langer Zeitraum seien. Für diese Dauer wollte sich niemand auf eine Förderung festlegen, aber mit fünf Jahren konnten alle leben.

Außer GWK hatten noch andere Vereine Förderanträge gestellt. Gänzlich leer ausgehen soll der Golfclub Wildeshauser Geest, der um 20 000 Euro für eine Pumpe gebeten hatte. Nachdem das Altgerät seinen Geist aufgab, hätte ein neues hergemusst, erklärte Schatzmeister Franz Bahlmann. „Die Stadt hat es finanziell auch nicht leicht. Wir müssen da um Verständnis bitten“, sagte Kluck zum Leidwesen der Golfclubvertreter. Ebenfalls abgelehnt wurden folgende Anträge: Schützenverein Bühren auf 1 300 Euro für Betriebskosten und Reitverein Leichttrab auf 9 253,44 Euro für den Austausch und die Erneuerung des Bodens in der Reithalle.

Voll berücksichtigt wurde der Antrag auf 5 000 Euro für den Stadtjugendring. Zumindest teilweise mit Geld rechnen dürfen der Bürgerbus (14 500 von den beantragten 16 485 Euro), die Initiative „Natürlich Wildeshausen“ (2 500 von 5 000 Euro), das Deutsche Rote Kreuz (5 000 von 13 000 Euro) sowie der Schützenverein Lüerte-Holzhausen (5 000 von 9 850 Euro).

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