Polizei und Straßenbehörde weisen das zurück 

Eltern klagen: Straßenbelag Ursache für tödlichen Unfall

Der 33-jährige Wildeshauser ist an dieser Stelle gegen die Bäume geprallt. Der Stamm wurde bereits entfernt. - Fotos: Bornholt
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Der 33-jährige Wildeshauser ist an dieser Stelle gegen die Bäume geprallt. Der Stamm wurde bereits entfernt. 

Kleinenkneten - Innerhalb von 15 Tagen ereigneten sich auf einer Strecke von nicht einmal 100 Metern der Goldenstedter Straße (L 882) in Kleinenkneten zwei schwere Verkehrsunfälle. Am 26. November überschlug sich dort ein Lastwagen, der 55-jährige Fahrer wurde im Fußraum eingeklemmt. Am 11. November prallte ein 33-jähriger Wildeshauser mit seinem Auto gegen einen Baum und starb an der Unfallstelle. Die trauernden Eltern sehen die Unfallursache darin, dass an der Stelle zwei Reparaturstreifen aus einem Flüssigkleber die „Straßenoberflächenrauigkeit“ vermindert hätten.

Sie haben sich in einem Brief an die Redaktion gewandt. Darin heißt es sinngemäß, dass die Straße im weiteren Verlauf mit nicht zusammenhängenden Flicken ausgebessert sei. Dieses sei noch tolerierbar, doch: „Nur an der Unfallstelle geraten die Verkehrsteilnehmer auf zwei 150 Meter lange Streifen, die bei Nässe spiegelglatt sind.“

Nach Ansicht der Eltern müssen diese Reparaturstreifen sofort beseitigt werden.

Polizeipressesprecherin Daniela Seeger teilte auf Nachfrage unserer Redaktion mit, dass Schäden an der Fahrbahn, die während der Unfallaufnahme festgestellt würden, umgehend an die zuständigen Straßenmeistereien gemeldet würden. „Sollten diese ursächlich für den Unfall sein, werden diese auch in der Anzeige als Ursache genannt“, erklärte sie schriftlich. Weiter hieß es: „Beim Verkehrsunfall vom 11. November wird nach bisherigem Stand der Ermittlungen aber davon ausgegangen, dass die Hauptunfallursache in der nicht angepassten Geschwindigkeit in Verbindung mit den Witterungsbedingungen zu suchen ist. Selbst auf dem griffigsten Fahrbahnbelag können die Gesetze der Physik nicht außer Kraft gesetzt werden.“ Warum der Lastwagen am Montag auf gerader Strecke nach rechts von der Fahrbahn abgekommen sei, sei Gegenstand der aktuellen Ermittlungen. Ein Zusammenhang der beiden Unfälle mit dem Fahrbahnbelag sei aber nicht zu sehen.

Die Landesstraße ist an vielen Stellen geflickt. Das soll sich aber nicht nachteilig auf die Griffigkeit auswirken.

Die Polizei nahm noch am Dienstag Kontakt zur Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg auf, die für die L 882 zuständig ist, und wies auf die Nachricht der Eltern hin. Deren Leiter Joachim Delfs bestätigte das kurz darauf. „Wir haben uns das angeschaut, aber keine Auffälligkeiten erkennen können“, erklärte er. Das vorerst letzte Mal hätten die Straßenwärter die Griffigkeitsrate des betreffenden Abschnitts im Jahr 2017 gemessen. „Das war unauffällig“, so Delfs, „und es ist nicht damit zu rechnen, dass sich die Werte in dieser kurzen Zeit deutlich verschlechtern.“

Die Eltern des Verunglückten wollen aufgrund ihrer Trauer nicht weiter Stellung beziehen. „Unser Sohn ist tot und hinterlässt ein neues Haus nebst Industriehalle für seinen aufstrebenden Betrieb. Seine Angestellten sind ratlos“, schreiben sie. 

- dr

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