Kleiderkammer soll umziehen/Neues Gebäude so groß wie abgebranntes Objekt?

Neue Halle am Bahnhof: DRK konzentriert Kräfte

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Margret Hentemann, Thomas Harms, Frank Stöver, Günter Warrelmann (DRK) und Gerd-Jürgen Jacobs (DRK, v.l.) planen den Umzug des Deutschen Roten Kreuzes in eine neue Halle am Wildeshauser Bahnhof.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Am 24. Juli brannte die 1350 Quadratmeter große Lagerhalle am Wildeshauser Bahnhof ab. Ein Jahr später soll dort nach Möglichkeit wieder eine Halle stehen. Als Ankermieter wird das Deutsche Rote Kreuz gut die Hälfte der Fläche nutzen und damit seine Kräfte an einem Ort bündeln. Neben der Kleiderkammer benötigen die Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) und der Blutspendedienst Platz für Fahrzeuge und Ausrüstung.

Aber nicht nur das: Zum Gildefest soll die Halle wieder als Kompaniequartier genutzt werden können, auch Public Viewing ist dort dann möglich. Vielleicht ja sogar schon zur Fußball-Europameisterschaft im Juni und Juli kommenden Jahres.

Der Besitzer des Bahnhofsgeländes, Frank Stöver, hatte bereits vor wenigen Monaten gegenüber unserer Zeitung angekündigt, eine neue Halle errichten zu wollen. Das brachte den Ortsverbandsvorsitzenden des Roten Kreuzes in Wildeshausen, Thomas Harms, dazu, sich mit ihm in Verbindung zu setzen. Die Räume der Kleiderkammer am Grünen Weg sind nämlich schon lange zu klein, zumal im Dezember während der dreistündigen Öffnungszeit am Donnerstag nicht nur wie gewöhnlich bis zu 180 Kunden in der Ausgabe nach Ware suchten, sondern rund 400. Darunter waren viele Flüchtlinge.

„Wir haben in diesem Jahr knapp ein Dutzend Objekte in Wildeshausen besichtigt, um mehr Platz für die Kleiderkammer zu bekommen“, so Harms. „Doch kein Gebäude in Wildeshausen war optimal.“

Zusammen mit Stöver bastelte er dann an dem Plan, die Kleiderkammer in einer Halle zusammen mit der Ausrüstung der SEG und des Blutspendedienstes unterzubringen. Auf rund 720 Quadratmetern könnten drei große Fahrzeuge, drei Anhänger, zwei Feldküchen, diverse Zelte und Kocher ebenso abgestellt werden wie Bänke und Tische sowie das Material für die Blutspende-Aktionen. „Dann hätten wir endlich alles an einem Standort“, freut sich Margret Hentemann, Leiterin der Kleiderkammer. „Und das Mehrgenerationenhaus ist auch nur wenige Meter entfernt.“

Stöver möchte eine Halle aus Stahl mit der Grundfläche 90 mal 15 Meter erstellen. Das entspricht der Größe der abgebrannten Holzhalle.

In einem ersten Schritt klärt Stöver nun die genaue Lage des Gebäudes mit der Deutschen Bahn AG und dem Landkreis Oldenburg. Der Bauantrag ist noch nicht gestellt. Zudem lässt der Bebauungsplan bislang keine Nutzung der Immobilie durch das Rote Kreuz zu.

„Ich strebe eine Änderung der textlichen Festsetzungen im B-Plan an“, so Stöver, der hofft, im Frühling mit dem Bau beginnen zu können.

In der Halle wäre dann noch genügend Platz für weitere Mieter. „Interessenten gibt es genug“, sagt der Investor. Auch der Bürgerbus könnte dann dort wieder parken. Der Verein muss zudem im kommenden Jahr ein zweites Fahrzeug erwerben, weil das alte immer reparaturanfälliger wird. Dafür wird ein weiterer Stellplatz benötigt.

Die Pläne gehen aber noch weiter: Im hinteren Bereich des Bahnhofsgrundstücks könnte ein Spielareal für die Kinder des Mehrgenerationenhauses geschaffen werden. „Dort ist jetzt schon eine Sandfläche“, sagt Stöver.

Das DRK hingegen hat bereits einen Käufer für die Immobilie am Grünen Weg gefunden, muss das Haus aber erst räumen, wenn die neue Halle zur Verfügung steht. „Somit haben wir keinen Druck“, freut sich Harms. „Wir ziehen um, wenn die Halle steht.“

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