Kleiderkammer des Roten Kreuzes sucht nach neuen Räumen

Der Anzug wird zu eng

+
Margret Hentemann und Thomas Harms in der Kleiderkammer.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. 48 Tonnen Kleidung sichten und sortieren 19 Ehrenamtliche des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) jährlich in Wildeshausen. Der Bedarf ist riesig, der Aufwand auch. Mittlerweile ist die Kleiderkammer am Grünen Weg zu klein geworden. Das DRK sucht nach einem neuen Domizil in der Kreisstadt.

Seit März 2007 bieten die Ehrenamtlichen Textilien wie Gardinen, Tischwäsche, Bettzeug und Kleidung sowie Schuhe auf einer Fläche von etwa 250 Quadratmetern an. „Im ersten Jahr hatten wir 72 Kunden“, erinnert sich Margret Hentemann. „Mittlerweile kommen hier jeden Donnerstag in der Zeit von 15 bis 18 Uhr etwa 180 Kunden.“

Vor einem Jahr hat das DRK die Immobilie erworben – und nun ist sie schon zu klein geworden. „Der Kundenkreis hat sich innerhalb kurzer Zeit deutlich verändert und vergrößert“, sagt DRK-Vorsitzender Thomas Harms. So kämen mittlerweile viele bedürftige Afrikaner und Asylbewerber aus Syrien sowie Bulgaren oder Ungarn zur Kleiderkammer. Sie suchen nach günstiger und modischer Kleidung.

„Die können wir hier anbieten“, freut sich Hentemann. Denn die Wildeshauser sind spendenfreudig. Die beiden Container am Mehrgenerationenhaus und vor der Kleiderkammer werden täglich geleert. Jedes Kleidungsstück wird gesichtet und einsortiert.

„Etwa ein Drittel der abgegebenen Textilien ist allerdings nicht brauchbar“, so Harms. Sie müssten in den Schredder, und der Stoff würde dann weiterverarbeitet. Etwa 35 Tonnen landen jedoch auf Bügel gehängt oder in Regale sortiert in den Räumen der Kleiderkammer. Die Ware kostet pro Stück zwischen 50 Cent und zwei Euro, bei besonders feinem oder warmem Zwirn auch vier Euro. Von den Einnahmen werden der Abtrag für das Haus und die Energiekosten bezahlt. Die Arbeit der 19 Kräfte, rund 4000 Stunden im Jahr, erfolgt im Ehrenamt.

Für die Lagerung der Kleider und den Verkauf wird immer mehr Platz benötigt, sodass Hentemann und Harms auf der Suche nach einem neuen Objekt sind. „Wir benötigen etwa 400 Quadratmeter für Verkaufsraum, Lager, Sanitäranlagen und einen Sozialraum“, so Harms. Die Immobilie solle zudem stadtnah sein, Parkflächen bieten und von einem Laster angefahren werden können. Wünschenswert wäre eine geringe Miete.

„Wir haben zurzeit einen traumhaften, aber zu kleinen Platz“, so Hentemann. „Da ist es schwer, etwas Neues zu finden, für das man sich begeistern kann.“ Immerhin: Es gibt kein Zeitproblem. Bis eine neue Verkaufsstelle gefunden ist, kann die alte genutzt werden. Wer helfen kann, darf sich bei Harms unter Tel. 04431/6656 melden.

Mehr zum Thema:

Klein-Kanada im Karwendel: Mautstraßen im Tölzer Land

Klein-Kanada im Karwendel: Mautstraßen im Tölzer Land

Mercedes-AMG GT Roadster: Sturmwarnung aus Stuttgart

Mercedes-AMG GT Roadster: Sturmwarnung aus Stuttgart

Geheimdienst-Kontrolleure: Umgang mit Gefährdern neu ordnen

Geheimdienst-Kontrolleure: Umgang mit Gefährdern neu ordnen

Tim Wiese gibt Autogrammstunde in Apotheke

Tim Wiese gibt Autogrammstunde in Apotheke

Meistgelesene Artikel

Aldi rechnet mit Neubau an der Harpstedter Straße in 2018

Aldi rechnet mit Neubau an der Harpstedter Straße in 2018

Herrlichkeit: Denkmalschutz sorgt für Veränderungssperre

Herrlichkeit: Denkmalschutz sorgt für Veränderungssperre

Heckenbrände nehmen in ihrer Bedrohlichkeit zu

Heckenbrände nehmen in ihrer Bedrohlichkeit zu

Tankstellen überfallen - Polizei nimmt Verdächtigen fest

Tankstellen überfallen - Polizei nimmt Verdächtigen fest

Kommentare