Landkreis soll Einbaumöglichkeiten von Anlagen in allen seinen Schulen prüfen lassen

Klassenzimmer lüften, aber permanent

Eine Schülerin öffnet ein Fenster.
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Corona-Schutz im Klassenzimmer: Statt häufigem Öffnen der Fenster sollen Umwälzanlagen für stete Frischluftzufuhr sorgen. Symbolfoto: dpa

Landkreis – Am Ende war von Filtern für die Luft in Klassenräumen nicht mehr die Rede: Der Schul- und Kulturausschuss des Landkreises hat während seiner Sitzung am Dienstagnachmittag die Verwaltung beauftragt, zu prüfen, welche Landkreis-Schulen noch Frischluft-Lüftungsanlagen benötigten. Bis zur zweiten Sitzung des Kreisausschusses nach den Sommerferien soll dann ein entsprechendes Konzept vorgelegt sowie Kosten und ein Zeitrahmen vorgestellt werden. Vorgeschlagen hatte dies Klaus Budzin für die SPD-Fraktion.

Man müsse sich nur einmal vorstellen, bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt in einem Klassenzimmer zu sitzen und etwas lernen zu wollen – bei offenen Fenstern, hatte er seinen Vorschlag begründet. Da es sich bei den jungen Menschen um „die Zukunft“ handele, müsse es doch etwas Besseres geben als mobile Geräte. In Hinsicht auf ein Andauern der Pandemie sagte er: „Das Virus ist dynamisch und nicht statisch.“ Daher müssten die Schulen vorbereitet sein, etwa mit Geräten zum Luftaustausch. Und mit Blick auf immer wieder ausfallenden Unterricht sagte er: „Wir haben gesehen, was das mit unseren Kindern macht.“ Zudem wollte er wissen, ob es für den Einbau der Lüftungsanlagen Zuschüsse des Bundes gebe. Seine Fraktionskollegin Andrea Oefler hatte zuvor angefragt, ob gegebenenfalls ein „Medizin-Techniker“ in dem Ausschuss vortragen und über den aktuellen Stand der Technik berichten könne. Elke Szepanski (Grüne) wollte wissen, ob die von der Verwaltung und dem Kreisausschuss im Dezember angeführten Gründe für die Ablehnung von Luftfiltern, unter anderem mit Hinweis auf das Robert-Koch-Institut (RKI) und das Niedersächsische Landesgesundheitsamt, noch aktuell seien. Niels-Christian Heins (FDP) stimmt Budzins Vorschlage ebenfalls zu. Wenn das sofort angegangen werde, entspreche es auch dem Antrag seiner Fraktion. Diese hatte ursprünglich angeregt, dass die Verwaltung über Erfahrungen mit dem Einsatz von Filteranlagen in Schulen berichten soll.

Verwaltung lehnt Filter ab

„Im Kern geht es darum, möglichst viel Frischluft zuzuführen“, erklärte Landrat Carsten Harings. Und das sei auch weiterhin Stand der Erkenntnisse, ergänzte Schulamtsleiter Maik Ehlers. Insbesondere bei mobilen Filtern sei das RKI skeptisch: Der Wirkungsgrad sei nicht nachzuweisen – erst recht, wenn Schüler sich zudem noch in den Klassenzimmern bewegten – auch wenn dies von „findigen Unternehmern“ immer wieder gerne anders dargestellt werde. Von der von Budzin angesprochenen Förderung könne der Landkreis Oldenburg nicht profitieren, da es das Geld nur für Klassen mit Schülern bis zwölf Jahre gewährt werde. Darüber hinaus komme die besagte Lüftungstechnik bereits in vielen Schulen in Trägerschaft des Landkreises zum Einsatz, erläuterte Ehlers weiter: Nämlich in allen Neubauten sowie bei Sanierungen, bei denen die Außenhülle „angefasst“ werden muss. „Wir werden das ohnehin umsetzen“, so der Schulamtsleiter. Der Antrag, so merkte der Ausschussvorsitzende Bernd Bischof (SPD) an, könnte dann aber dazu führen, dass manche Schulen vorgezogen werden müssten.

Was den Berichtszeitpunkt anging, zeigte sich der Ausschuss letztlich flexibel: Da in den Sommerferien aufgrund vieler Bauvorhaben die Haupt-Einsatzzeit für die Landkreis-Ingenieure sei, so Harings, könne eine Unterrichtung der Politik kurz nach den Ferien sehr knapp werden – insbesondere wenn, wie gewünscht, nicht nur die Mitglieder des Kreisausschusses, sondern noch die Fraktionen vorab informiert werden sollten. Der Fachausschuss konnte sich mit Informationen zum Kreisausschuss am 4. Oktober statt schon zum 6. September arrangieren. Alle 17 Mitglieder des Gremiums billigten dieses Vorgehen.

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