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Kitzrettung per Drohne

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Von: Dierk Rohdenburg

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Demonstrieren die neue Drohne: Lars Kosten, Nicolaus Tabke, Daniel Würdemann, Gerd Behrens, Dieter Kammann und Jörg Niemann (v.l.).
Demonstrieren die neue Drohne: Lars Kosten, Nicolaus Tabke, Daniel Würdemann, Gerd Behrens, Dieter Kammann und Jörg Niemann (v.l.). © Dr

Wildeshausen – Jedes Jahr im Frühling spielen sich Dramen auf den Feldern der Region ab: Während die Bauern ihre Frühmahd vornehmen, ducken sich Rehkitze, aber auch andere Wildtiere, Schutz suchend auf den Boden und werden oft von den Landwirten auf den Mähmaschinen übersehen. Die Tiere werden schwer verletzt oder getötet – eine Situation, die weder Landwirte noch Jäger akzeptieren wollen.

Aus diesem Grund gibt es nun auch in Wildeshausen das Projekt „Kitzrettung“ des Hegeringes. Am Donnerstag stellten die Mitglieder Daniel Würdemann, Lars Kosten und Dieter Kammann eine etwa 6 000 Euro teure Drohne vor, die mit Hilfe von „stillen Spendern“ sowie der LzO-Stiftung Wildeshauser Geest (4 000 Euro) erworben werden konnte. Von der Stiftung waren Jörg Niemann, Nicolas Tabke und Gerd Behrens mit vor Ort.

Die Drohnengruppe war Anfang vergangenen Jahres von Würdemann und Kosten gegründet worden. Nach einer Planungsphase folgte über den Sommer eine Zeit, in der die beiden Spenden für die Anschaffung von zwei Wärmebilddrohnen zur Jungtierrettung sammelten.

„Ab Herbst haben wir uns um den Kauf bemüht. Das hat sich aufgrund von coronabedingen Lieferschwierigkeiten bis in den Februar hingezogen“, so Würdemann.

Acht Drohnenpiloten am Start

„Ab sofort stehen wir mit acht ehrenamtlichen Drohnenpiloten zur Verfügung und können ab Mai für die Rettung von Jungtieren über die zuständigen Jagdpächter angefragt werden“, ergänzt Kosten.

Ziel ist es, dass sich die Landwirte möglichst zeitig beim Jagdpächter melden. Der wiederum kann das Gebiet einschätzen und sagt der Drohnengruppe Bescheid. „Da sich die Frühmahd in der Regel auf einen kurzen Zeitraum begrenzt und viele Landwirte gleichzeitig ihre Flächen mähen, werden wir trotz mehrerer Piloten nicht alle Anfragen bedienen können“, so Würdemann. Daher sei es geplant, schnellstmöglich eine zweite Wärmebilddrohne anzuschaffen, mit der die Tiere im Feld entdeckt werden können.

Die Drohne fliegt am frühen Morgen bis zu 40 Meter hoch, um einen guten Überblick zu haben. Die entdeckten Kitze werden aus dem Gefahrenbereich getragen, dann erfolgt die Mahd bis spätestens am Mittag. Im Anschluss an die Arbeit wird der Jagdpächter informiert und kann die Kitze wieder freilassen. Das Projekt wird über soziale Medien begleitet, um jeden an dem Erfolg teilhaben zu lassen. Über Instagram ist der Hegering über kitzrettung_wildeshausen zu finden.

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