Pastor stellt 30-minütigen Film am Sonntag ins Internet

Kirche sendet Gottesdienst über Youtube

Klaus Tschorr an einer der vier Kameras in der Kirche.

Wildeshausen – „Kamera läuft“ hieß es am Donnerstag ab 10 Uhr in der Wildeshauser Alexanderkirche. Es galt, einen Gottesdienst aufzunehmen, der exakt drei Tage später, am Sonntag ab 10 Uhr, im Internet bei Youtube zu sehen ist. Zugelassen waren in der Kirche nur Pastor Markus Löwe, Vikarin Franziska Kempcke, Kantor Ralf Grössler, Küster Wolfgang Jöllenbeck sowie Kameramann Klaus Tschorr, die alle den nötigen Sicherheitsabstand einhielten.

„Eine ungewöhnliche Konstellation“, wie Löwe fand. Die Situation, mit der Kamera zu spielen, kennt der Geistliche hingegen aus den vielen Proben und zwei Aufzeichnungen im Rahmen des ZDF-Fernsehgottesdienstes. „Da sind Lars Löwensen und ich ja schon ganz gut vorgebildet“, berichtete Löwe nach den Aufnahmen. „Allerdings können wir hier jetzt nicht so schnell das Niveau einer Fernsehübertragung erreichen.“

Das erwartet auch niemand. Es geht vielmehr darum, den Kontakt zur Gemeinde zu halten. Am vergangenen Sonntag hatte es die erste Aufzeichnung eines Gottesdienstes aus der Alexanderkirche gegeben. Diese lief allerdings noch sehr spontan ab. Im Nachhinein fanden die Beteiligten, dass das Format mit 49 Minuten zu langatmig war. Auch bei der Tonübertragung musste nachjustiert werden.

So postierte Tschorr am Donnerstag vier Kameras in der Kirche und konnte damit an den jeweiligen Liturg oder Kantor Grössler am Klavier heranzoomen. Jöllenbeck bediente das Mischpult. Rund eine halbe Stunde lang soll die Übertragung sein, die im Internet zu sehen ist. Für den Schnitt des Materials benötigt Tschorr nach eigenen Angaben acht bis zehn Stunden.

„Viel Aufwand“, gibt Löwe zu. „Aber wir haben einige sehr berührende Rückmeldungen auf unsere Aktivitäten erhalten. Die Leute sind es einfach nicht gewohnt, dass sie alleine zu Hause sitzen. Viele freuen sich, dass es so einen Kontakt zu ihrer Kirchengemeinde gibt.“

Der Pastor hält die Situation, beim Gottesdienst in einer leeren Kirche zu stehen, deshalb für erträglich, „weil wir es für viele da draußen tun“. Am Sonntag besteht die Übertragung aus der Evangeliumslesung, dem Glaubensbekenntnis, Fürbitten, dem Vaterunser, zwei Kurzpredigten mit den Texten des Tages, dem Segen, zwei Liedern und den Abkündigungen.

Einiges ist ungewohnt. „Wir hatten ja gar keine Kollekte. Dazu konnte ich somit gar nichts sagen“, so Löwe. Wichtiger ist es seiner Ansicht nach in dieser Zeit ohnehin, dass die Menschen Kontakt zueinander halten. „Und dabei nutzen sie alle Kommunikationsformen“, hat der Pastor festgestellt. „Viele entdecken so das Internet oder Messengerdienste für sich.“  dr

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