Weniger Christen

Pastorin Beatrix Konukiewitz ist trotz schrumpfender Gemeinden optimistisch

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Pastorin Beatrix Konukiewitz war bei der Synode in Oldenburg dabei, die mit großer Mehrheit für die Reduzierung der Pfarrstellen um ein Drittel stimmte.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Mit zwölf Jüngern nahm die Kirche ihren Anfang, inzwischen gehören allein der protestantischen Gemeinde in Deutschland Millionen Menschen an. Doch die Zahl der Christen schrumpft von Jahr zu Jahr. Deswegen hat sich die evangelische Oldenburgische Kirche einen Sparkurs auferlegt und will bis 2030 jede dritte Pfarrstelle abschaffen. Die Wildeshauser Pastorin Beatrix Konukiewitz verrät, warum sie trotzdem optimistisch ist.

Wie geht die Kirche damit um, dass sie immer weniger Mitglieder hat? Eine Frage, die sich Konukiewitz stellen muss. Denn die Zahl der evangelischen Christen im Kirchenkreis Delmenhorst/Oldenburg-Land sank im vergangenen Jahr um 2,15 Prozent auf 88.381 Menschen, was sich unter anderem auf die Kirchensteuer auswirkt. Als Ursache für die negative Entwicklung macht die 61-Jährige den demografischen Faktor aus. Es handele sich bei dem Rückgang schließlich nicht um eine Austrittswelle, so die Delmenhorsterin, die seit 2012 in Wildeshausen predigt.

Derzeit ist sie im Team mit Markus Löwe und Lars Löwensen (zwei volle Stellen) sowie einer Geistlichen, die sich um die Altenpflege kümmert, aktiv. Konukiewitz hat eine halbe Stelle für die Arbeit vor Ort und eine halbe für gesamtkirchliche Aufgaben – ebenfalls in Wildeshausen. Macht insgesamt vier Pfarrstellen für rund 8200 Gemeindemitglieder in der Kreisstadt. „Wir sind von der Arbeitsbelastung her am Limit“, sagt Konukiewitz, die die gute Kooperation mit ihren Kollegen lobt. Derzeit geht sie davon aus, dass trotz der Reduzierung der Pastorenposten niemand aus Wildeshausen abgezogen wird.

Das hängt auch damit zusammen, dass der Kirchenkreis Delmenhorst/Oldenburg-Land der mitgliederstärkste der Oldenburgischen Kirche ist. Der Rückgang der dortigen Protestanten wird mit etwa 1,4 Prozent pro Jahr kalkuliert, was im Jahr 2030 immer noch deutlich mehr als 70.000 Gläubige bedeutet. 

Kreispfarrer Althausen will mehr Laien mit Aufgaben betrauen

Kreispfarrer Bertram Althausen geht davon aus, dass 2030 noch 33 bis 35 von jetzt 38,25 Pfarrstellen im Kirchenkreis zur Verfügung stehen, die aber auch erst einmal besetzt werden wollen. „Wir müssen mächtig gucken, dass wir Nachwuchs finden“, so Althausen. Er kann sich vorstellen, bei kirchlichen Aufgaben in Zukunft mehr auf Laien zu setzen – außer bei Amtshandlungen wie Taufen und Beerdigungen.

Konukiewitz hofft, dass es bei der Debatte, welcher Posten gestrichen wird, „ein kollegiales Miteinander gibt“. Das „A und O“ sei, das kirchliches Leben in der Gemeinde aufrecht erhalten wird. In diesem Zusammenhang lobt sie den großen Kreis an Ehrenamtlichen. „Ich spüre einen guten Rückhalt in der Bevölkerung.“ Nicht zuletzt deswegen ist die 61-Jährige optimistisch, dass die Wildeshauser Kirchengemeinde den Wandel gut auf die Reihe bekommt.

In der katholischen Kirche gibt es derzeit kein groß angelegtes Sparprogramm, aber Pastor Ludger Brock macht sich trotzdem so seine Gedanken. „Christen müssten sich mehr zu ihrem Glauben bekennen. Das würde mehr Ausstrahlungskraft haben“, meint er. Natürlich werde sich die Kirche verändern, aber ihm sei nicht bange.

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