Kurden kritisieren türkischen Angriff auf Afrin in Syrien

Demo: „Kindermörder Erdogan“ hallt durch die Innenstadt

Polizisten in voller Montur begleiteten den Marsch vom Bahnhof in die Innenstadt zu Fuß.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Unter starker Polizeibegleitung sind am späten Donnerstagnachmittag etwa 60 überwiegend kurdische Demonstranten unter dem Motto „Solidarität für Afrin“ durch die Wildeshauser Innenstadt gezogen. Sie protestierten gegen den Angriff der türkischen Armee auf die syrische Stadt. Dabei skandierten sie Rufe wie „Kindermörder Erdogan“ sowie „Deutsche Panzer raus aus Afrin“ und forderten internationale Solidarität ein.

Die Begeisterung der Passanten hielt sich angesichts der ordentlich angemeldeten, aber für die Öffentlichkeit überraschenden Aktion in Grenzen. „Geht das hier auch schon los?“, murmelte eine ältere Frau erschrocken beim Anblick der Demonstranten. Andere nahmen die Infoblätter, in denen von der „Kriegslust des türkischen Präsidenten“ und einem „Genozid“ in Afrin berichtet wird, interessiert entgegen.

Auf dem Marktplatz stoppte der Zug, der ab 17.15 Uhr vom Bahnhof über die Ahlhorner Straße und durchs Westertor in die Innenstadt marschiert war. Dort übertrugen die Organisatoren eine Sendung des Deutschlandfunks über die Kämpfe in Afrin. Anschließend zogen die Teilnehmer, viele davon Frauen und Kinder, zurück zum Bahnhof, wo die Demo um 18.30 Uhr für beendet erklärt wurde. Auch Mitglieder der Antifa waren mit dabei, um ihre Solidarität mit Afrin zu zeigen.

Die Demonstranten versammelten sich auf dem Marktplatz. Die Polizisten bildeten einen lockeren Ring um die Gruppe. - Fotos: bor

Laut Ibrahim Kahraman vom kurdischen Kulturverein Lohne, der mit dem Mikrofon Parolen skandierte, hatten Wildeshauser Yeziden seinen Verein gebeten, die Demo zu organisieren. „Es sind sehr, sehr schreckliche Umstände in Afrin“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. „Auf das Elend der Frauen und Kinder, der Leute dort muss aufmerksam gemacht werden. Die Weltöffentlichkeit muss erfahren, welches Leid die Menschen erfahren.“ Die Einwohner seien von der Außenwelt abgeschnitten. „Alle Kontakte sind gekappt.“ Unter den Demonstranten sei auch ein Mann, dessen Eltern und weitere Angehörige noch in Afrin seien.

Die Demonstranten zogen durch das Westertor in die Wildeshauser Innenstadt ein.

Auch Seham Cercur protestierte. Die Yezidin lebt seit 30 Jahren in Deutschland. „Wir sind Menschen, keine Tiere“, sagte sie. Cercur ist bei der Selbsthilfegruppe „Die Schwestern“ im Mehrgenerationenhaus in Wildeshausen aktiv. „Wir wollen Frieden auf der Welt“, sagte sie. Der Demo hatte sie sich mit einigen ausländischen Frauen angeschlossen, um ihnen zu zeigen, dass man in Deutschland ungestraft seine Meinung sagen kann.

Kurdische Demonstranten ziehen durch Wildeshausen

Rund 60 kurdische Demonstranten sind am Donnerstagabend durch die Wildeshauser Innenstadt gezogen. © Bornholt
Rund 60 kurdische Demonstranten sind am Donnerstagabend durch die Wildeshauser Innenstadt gezogen. © Bornholt
Rund 60 kurdische Demonstranten sind am Donnerstagabend durch die Wildeshauser Innenstadt gezogen. © Bornholt
Rund 60 kurdische Demonstranten sind am Donnerstagabend durch die Wildeshauser Innenstadt gezogen. © Bornholt
Rund 60 kurdische Demonstranten sind am Donnerstagabend durch die Wildeshauser Innenstadt gezogen. © Bornholt
Rund 60 kurdische Demonstranten sind am Donnerstagabend durch die Wildeshauser Innenstadt gezogen. © Bornholt
Rund 60 kurdische Demonstranten sind am Donnerstagabend durch die Wildeshauser Innenstadt gezogen. © Bornholt
Rund 60 kurdische Demonstranten sind am Donnerstagabend durch die Wildeshauser Innenstadt gezogen. © Bornholt
Rund 60 kurdische Demonstranten sind am Donnerstagabend durch die Wildeshauser Innenstadt gezogen. © Bornholt
Rund 60 kurdische Demonstranten sind am Donnerstagabend durch die Wildeshauser Innenstadt gezogen. © Bornholt
Rund 60 kurdische Demonstranten sind am Donnerstagabend durch die Wildeshauser Innenstadt gezogen. © Bornholt
Rund 60 kurdische Demonstranten sind am Donnerstagabend durch die Wildeshauser Innenstadt gezogen. © Bornholt
Rund 60 kurdische Demonstranten sind am Donnerstagabend durch die Wildeshauser Innenstadt gezogen. © Bornholt
Rund 60 kurdische Demonstranten sind am Donnerstagabend durch die Wildeshauser Innenstadt gezogen. © Bornholt
Rund 60 kurdische Demonstranten sind am Donnerstagabend durch die Wildeshauser Innenstadt gezogen. © Bornholt
Rund 60 kurdische Demonstranten sind am Donnerstagabend durch die Wildeshauser Innenstadt gezogen. © Bornholt
Rund 60 kurdische Demonstranten sind am Donnerstagabend durch die Wildeshauser Innenstadt gezogen. © Bornholt
Rund 60 kurdische Demonstranten sind am Donnerstagabend durch die Wildeshauser Innenstadt gezogen. © Bornholt
Rund 60 kurdische Demonstranten sind am Donnerstagabend durch die Wildeshauser Innenstadt gezogen. © Bornholt
Rund 60 kurdische Demonstranten sind am Donnerstagabend durch die Wildeshauser Innenstadt gezogen. © Bornholt
Rund 60 kurdische Demonstranten sind am Donnerstagabend durch die Wildeshauser Innenstadt gezogen. © Bornholt

Flaggen der in Afrin kämpfenden kurdischen Miliz YPG durften nicht gezeigt werden, was nicht bei allen auf Verständnis stieß. Dennoch blieb der Protest friedlich. Im Einsatz waren Bereitschafts- und Bundespolizisten sowie Kollegen aus Wildeshausen und Delmenhorst.

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