2 336 Mädchen und Jungen betroffen 

Kinderarmut im Landkreis Oldenburg steigt an

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10,4 Prozent aller Kinder im Landkreis Oldenburg leben in Familien, die Hartz-IV beziehen. Der Wert ist seit 2011 um fast zwei Grafik: Prozentpunkte gestiegen. 

Landkreis - Von Ove Bornholt. Die Zahl der Kinder im Landkreis Oldenburg, deren Eltern Transferleistungen erhalten, ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Lebten 2011 noch 8,6 Prozent aller Mädchen und Jungen in Familien, die Hartz IV bezogen, waren es im vergangenen Jahr schon 10,4 Prozent. Konkret betroffen sind 2 336 Kinder, die mit Hilfe vom Amt aufwachsen. Die Zahlen stammen von der Bertelsmann-Stiftung, die dazu bundesweit Statistiken der Agentur für Arbeit auswertete und kürzlich veröffentlichte.

Ein hohes Risiko weisen Haushalte von Alleinerziehenden, Migranten, Langzeitarbeitslosen oder auch von Familien mit mehr als drei Kindern auf, schreibt die Stiftung. Die Armut der Eltern verschlechtert die Entwicklungsbedingungen der Kinder, heißt es weiter. Eine Tendenz, die sich mit der Dauer der Knappheit verstetigt. „Frühere Armutserfahrungen stehen in Verbindung zu späterer Einkommensarmut“, so die Experten.

Oder wie es Landkreis-Sozialdezernent Bodo Bode formuliert: „Wer dauerhaft auf Transferleistungen angewiesen ist, dem fehlt die finanzielle Sicherheit.“ Solche Familien würden auch als bildungsfern gelten. Der Staat habe die Möglichkeit, zum Beispiel durch Ganztagsangebote für Kinder dagegenzusteuern, um fehlende Bildungsanreize und Anstöße zu kompensieren.

Kinderarmut ein ernst zu nehmendes Problem

Die Bertelsmann-Stiftung sieht die Politik explizit gefordert: „Die Notwendigkeit zum gesellschaftlichen und ganz besonders politischen Handeln kann kaum deutlicher als anhand dieser empirisch belegten Fakten unserer Lebenswirklichkeit begründet und eingefordert werden“, schreiben die Verfasser des Papiers. Es bestünde weitestgehend Konsens darüber, dass Kinderarmut ein ernst zu nehmendes Problem sei und dringender Handlungsbedarf bestehe. „Dennoch macht sich Ernüchterung breit: Zum einen ist es nicht gelungen, die Kinderarmut deutlich zu reduzieren. Vielmehr ist der Anteil von Kindern und Jugendlichen (...) vor allem im Westen gestiegen. Zum anderen zeigen aktuelle Daten zur Verweildauer (...), dass sehr viele von ihnen in der Armutsfalle feststecken“, fasst die Stiftung die Lage zusammen.

Im Vergleich zu den umliegenden Landkreisen und Städten liegt der Landkreis Oldenburg im Mittelfeld. Einzig Vechta ist mit 8,7 Prozent deutlich besser aufgestellt. Währenddessen ist die Quote in Städten wie Delmenhorst mit 30,3 Prozent und dem Landkreis Ammerland (16,5 Prozent) auf Werte geklettert, die sich stark von der Lage im Landkreis Oldenburg unterscheiden. Auch die Stadt Oldenburg ist mit 21,1 Prozent nicht gerade ein Vorbild. Die Landkreise Ammerland (10 Prozent), Cloppenburg (10,4) und Diepholz (11,9) liegen dagegen alle in etwa auf einem Niveau mit dem Landkreis Oldenburg. Der Durchschnitt liegt in Niedersachsen bei 14,6 Prozent.

Die Studie ist auch auf der Internetseite der Stiftung einsehbar.

www.bertelsmann-stiftung.de

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