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Kinder und Freiwillige sammeln mehr als 8.000 Zigarettenkippen in Wildeshausen

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Von: Tamino Büttner

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Treffen auf dem Marktplatz: Tausende Kippen sammelten die Freiwilligen ein.
Treffen auf dem Marktplatz: Tausende Kippen sammelten die Freiwilligen ein. © Büttner

Das hat sich gelohnt: Kinder und Freiwillige haben mehr als 8.000 Zigarettenkippen in der Wildeshauser Innenstadt gesammelt.

Wildeshausen – Was die jungen Naturschützer während ihrer Müllsammelaktion am Samstag in Wildeshausen gefunden haben, erstaunte auch die Eltern und Gruppenbetreuer. „Neben einer Menge Plastikmüll haben sich insbesondere die Kippen als ein großes Problem erwiesen“ stellte Gertraud Kreye, Gruppenbetreuerin bei der Naturschutzjugend (Naju), fest. Rund 8 190 achtlos in der Umwelt entsorgte Zigarettenstummel sind während ihrer Sammelaktion in der Innenstadt und umzu zusammengekommen.

Dabei sind die Reste der Zigaretten in ihrer Größe nicht das Problem, sondern in ihrer Wirkung: „In den Kippen sammeln sich zahlreiche Giftstoffe, die unser Grundwasser stark belasten“ erklärte Jens Fröhlke, der den Kindern, Eltern und Naju-Gruppenbetreuern von der Initiative „Kippenfreies Wildeshausen“ berichtete. Nach Informationen des Naturschutzbunds (Nabu) sammeln sich in den Filtern rund 7 000 krebserregende Stoffe sowie Schwermetalle. „Das Nikotin in einer einzigen gerauchten Zigarette hat bereits einen negativen Effekt auf 1 000 Liter Wasser“, machte Nachwuchsgruppenbetreuer Dustin Bolle deutlich.

Bei wolkenlosem blauem Himmel und strahlender Sonne war die Innenstadt am Samstag gut besucht. Um die Sammelrouten durchzusprechen, versammelten sich die Naturschützer auf dem Marktplatz vor dem Rathaus. Die Mülljäger wurden für ihre Aktion zu Beginn gut ausgestattet: Neben Handschuhen haben sie auch Müllzangen und Sammelbehälter ausgeteilt bekommen, damit sie mit dem Unrat nicht direkt in Kontakt kommen. Um die Sicherheit der Kinder und Eltern zu erhöhen, händigten die Gruppenbetreuer Gertraud Kreye und Dustin Bolle kleine und große Warnwesten aus. Nachdem die Kleingruppen aufgeteilt waren, machten sie sich direkt ans Werk.

Mehrere Tausend weggeworfene Zigarettenkippen wurden gesammelt.
Mehrere Tausend weggeworfene Zigarettenkippen wurden gesammelt. © Büttner

Mit großer Verwunderung stellte Mutter Katrin Freese fest: „Neben einem Mülleimer haben wir 40 Kippen gefunden.“ Den Weg in die dafür vorgesehenen Entsorgungsbehälter hatten zahlreiche Zigarettenstummel nicht gefunden. Häufig wurden auch die Gullys zweckentfremdet, mussten die fleißigen Sammler feststellen.

Für ihre Müllsammelaktion haben sich viele Passanten und Anwohner bei den Gruppen bedankt, berichteten die Eltern in ihrem Resümee. Auf dem Parkplatz vor der VHS beim Wildeshauser Bahnhof kamen alle Kleingruppen wieder zusammen, um die Ergebnisse zu sichten.

Der Wildeshauser Frank Stöver unterstützte die Aktion ebenso wie das Deutsche Rote Kreuz. Sie hatten in der Fahrzeughalle am Bahnhof frischen Kuchen, Kakao und Kaffee bereitgehalten. Die Zigarettenreste wurden von Jens Fröhlke mitgenommen und einem Recyclingverfahren zugeführt. Aus dem Material werden laut Fröhlke beispielsweise Taschenaschenbecher hergestellt. Weitere Informationen, die nächsten Aktionen und Kontaktmöglichkeiten finden Interessierte auf der Internetseite www.nabu-doewi.de.

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