Barrikaden gegen Mountainbiker

Kinder kümmern sich um Naturschutz: Totholz für mehr Leben im Wald in Wildeshausen

Betreuer und Kinder der Naturschutzjugend beim Arbeiten: In der Lehmkuhle richteten die Teilnehmer Totholzhaufen her.
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Betreuer und Kinder der Naturschutzjugend beim Arbeiten: In der Lehmkuhle richteten die Teilnehmer Totholzhaufen her.

Mit Totholz haben Kinder der Naturschutzjugend im Lehmkuhlen-Wald in Wildeshausen Lebensraum für Insekten geschaffen und Barrikaden für Mountainbiker errichtet.

Die Kinder der Naturschutzjugend (Naju) Dötlingen-Wildeshausen haben am Wochenende in der Lehmkuhle in Wildeshausen neue Totholzhaufen angelegt. Damit soll mehr Lebensraum für Insekten geschaffen werden. Außerdem wurden die Haufen laut Mitteilung der Naju so platziert, dass sie als Barriere für Mountainbiker dienen, die abseits der offiziellen Wege in dem Waldstück unterwegs sind.

Damit griff die Naju eine Berichterstattung unserer Zeitung von Anfang September auf. Eine Leserin hatte sich über in ihren Augen rücksichtslose Mountainbiker beschwert. Auch dem Naturschutzbund war dieses Ärgernis bereits aufgefallen.

Aktion in Absprache mit der Stadt und dem Revierförster

Mit der turnusgemäßen Aktion der Naju sollten – in Absprache mit der Stadt und dem zuständigen Revierförster Michael Feiner – zwei Ziele erreicht werden: Den Mädchen und Jungen die wertvolle ökologische Bedeutung von Totholz erklären und gleichzeitig Mountainbiker abseits der Wege zu stoppen.

Beim Treffen baten die Betreuer die Teilnehmer laut Bericht, bewusst auf die Nutzungsgruppen im Wald zu achten: jüngere und ältere Spaziergänger, teilweise mit Kinderwagen und/oder Hunden, Radfahrer, Familien mit Kleinkindern auf Laufrädern und Sportler. Gemeinsam formulierte die Gruppe den Leitsatz: „Man muss auf die anderen aufpassen, aber die auch auf uns. Und wir alle müssen aufpassen, dass wir die Natur nicht zerstören.“

Durch das Totholz soll zum einen neuer Lebensraum für Insekten entstehen. Zum anderen sollen die als Barrikaden platzierten Haufen Mountainbiker stoppen, die abseits der Wege unterwegs sind.

Zum Anlegen und Nutzen der Totholzhaufen vermittelten die Betreuer den Jungen und Mädchen, warum der Begriff Totholz eigentlich unzutreffend sei. Denn tatsächlich bedeute Totholz Artenschutz. So seien an der vollständigen Holzzersetzung rund 600 Pilz- und 1 350 Käferarten beteiligt. Viele Pflanzen und Tiere, die auf Totholz angewiesen sind, stünden auf der Roten Liste und seien vom Aussterben bedroht – so auch der Hirschkäfer, dessen Larven an morschen Wurzeln alter Eichen leben. Außerdem sei der überwiegende Teil von Wespen- und Bienenarten auf Totholz angewiesen.

Neuen Lebensraum für Insekten geschaffen

Zum Anlegen neuer Haufen sammelten die Kinder eifrig Zweige sowie Äste und harkten Laub auf den Wegen zusammen. „Im Inneren der Haufen wurden kunstvoll kleine ‚Mäuse- und Igelzimmer‘ angelegt. Bei der teilweise doch fantasievollen Errichtung und beim Stapeln wurde besonderer Wert darauf gelegt, dass hierfür kein altes Holz, sondern noch frische Äste und Zweige verwendet wurden, um keinen bestehenden Lebensraum für einen neuen zu zerstören“, heißt es im Bericht der Naju.

Die Kinder formulierten laut Mitteilung auch einen Appell an Mountainbiker, die sich nicht an die Pfade halten: „Bitte fahrt nicht abseits der ausgewiesenen öffentlichen Wege. Zerstört nicht die Natur und unsere Totholzhaufen. Im nächsten Jahr möchten wir gerne schauen, was sich angesiedelt hat.“

Die Teilnehmer probierten auch das Dendrophon, Teil des neuen Walderlebnispfads aus.

Auf dem Rückweg zum Parkplatz beim „Waldschlösschen“ machten die Teilnehmer noch einen Abstecher zum Dendrophon, das Teil des neu gestalteten Walderlebnispfads ist. Großen Zuspruch habe auch die weit mehr als 150 Jahre alte Baumscheibe gefunden, die mit bedeutenden Wildeshauser Ereignissen aus der jeweiligen Zeit beschriftet ist.

Das nächste Treffen der Naju ist für Samstag, 20. November, von 14 bis 16 Uhr in der Holzwerkstatt der Volkshochschule an der Wittekindstraße in Wildeshausen geplant. Es soll gebastelt werden. Die Teilnehmer werden gebeten, einen Akkuschrauber mitzubringen. Anmeldungen sind per E-Mail an tamino.buettner@live.de möglich.

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