Christa Mendil ist als Ehrenamtliche in der Kindertagesstätte „Farbenfroh“ tätig

„Kinder geben viel zurück“

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Gespannt lauschen Romana, Lena und Philip (von links) dem, was ihnen Christa Mendil vorliest.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Sie ist seit 20 Jahren an Multiple Sklerose (MS) erkrankt. Aber unterkriegen lassen will sich Christa Mendil (59) nicht, sie will am ganz normalen Leben teilhaben. Aus diesem Grund ist sie über die Freiwilligenagentur „mischMIT!“ schon seit einem Jahr in der heilpädagogischen Kindertagesstätte „Farbenfroh“ in der Kreisstadt als Ehrenamtliche tätig. Gestern haben wir sie mit dem Leiter der Agentur, Thorben Kienert, besucht.

„Frau Mendil hat in den vergangenen zwei Jahren schon mehrere Aktionen von uns tatkräftig unterstützt“, erzählte Kienert. Sie wolle sich eben trotz ihrer Erkrankung einbringen. „Ich finde es wirklich toll, dass sich Christa trotz ihrere Einschränkung nicht zurücknimmt“, betonte die pädagogische Fachkraft Anneke Tscherpel. „Hier hat sie es mit Kindern zu tun, die ebenfalls ein Handicap haben.“

Bei diesen Worten nickte Mendil nur: „Diese Beschäftigung macht mir sehr viel Spaß, ich arbeite gerne mit Kindern, sie geben einem so viel zurück und sind auch in Bezug auf meine Krankheit völlig problemlos.“ So hätten sie lediglich gefragt, warum sie mit dem „Scooter“ fahre und an Krücken gehe: „Ich musste ihnen nur sagen, dass ich schlecht laufen kann, und schon waren sie zufrieden.“ Einen Riesenspaß hätten die Kleinen gehabt, als sie mit ihnen auf dem Hof ein paar Runden mit ihrem „Scooter“ gedreht habe:. „Sie konnten gar nicht genug bekommen.“

Einmal pro Woche kommt Mendil für eine Stunde in die Kindertagesstätte. „Ich spreche mit Erzieherinnen jeweils ab, was ich in den verschiedenen Gruppen mit den Kindern machen soll, und dann bereiten wir es vor“, so die Ehrenamtliche. „Die Mädchen und Jungen freuen sich schon immer riesig auf den Tag. Es wird gebastelt, vorgelesen oder geknetet. Hin und wieder kommt auch das Kaspertheater zum Einsatz“, erzählte Tscherpel.

„Ich bin froh, dass mir meine Schwiegertochter den Tipp gegeben hat, mich bei der Agentur zu melden, weil ich unbedingt etwas tun wollte. Es bringt nichts, die Hände nur in den Schoß zu legen“, so Mendil. „Seit einiger Zeit bin ich auch noch als Ehrenamtliche in der Öffentliche Bücherei in der Stadt tätig. Auch das ist eine interessante Tätigkeit, bei der ich sehr viel mit Menschen zusammen bin.“

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