Kinder bauen im Arboretum ein Insektenhotel

Keiner hat die Hände in den Taschen – alle machen mit

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Emsig bei der Sache waren die Kinder, als es darum ging, „Wohnungen“ für die Insekten zu bauen.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Da staunten Volker Kuhlmann, Rotary-Club Wildeshausen und verantwortlich fürs Arboretum in der Kreisstadt, sowie Wulf Carius vom BUND am Dienstagnachmittag nicht schlecht, als die Mädchen und Jungen im Arboretum kräftig mit Hand anlegten, um das Insektenhotel zu errichten.

Gekommen waren die Mädchen und Jungen aus Migrantenfamilien mit ihren Betreuern Linda Vietor , Uta Barth und Mohammed Almakawi. Da gab es keinen, der die Hände einfach in die Taschen steckte und zuschaute. Vielmehr wollte jedes der Kinder an dem Projekt mitwirken, das sie mit dem Bau von Modulen für das große Insektenhotel bereits im Blockhaus Ahlhorn begonnen hatten. „Das macht richtig viel Spaß“, sagten einige der Gäste.

„Das Ganze ist eine Aktion unseres seit fünf Jahren bestehenden Projektes ,Gemeinsam stark – Kinder unserer Stadt‘, erzählte Vietor. Es sei immer wieder schön anzuschauen, wenn sich die Kinder in eine solche Maßnahme mit viel Eifer einbringen. Das empfanden auch Kuhlmann und Carius sowie Thomas Rabe, Praktikant auf dem BUND-Hof „Wendbüdel“ in Prinzhöfte.

Vor Ort durften die Kinder erneut Module fürs Insektenhotel aus Lehm erstellen. Da galt es, das Material in etwa 30 mal 20 Zentimeter große Holzformen zu pressen und dann mit dicken Nägeln Löcher zu „bohren“, in denen die Insekten dann ihre „Zimmer“ finden sollen.

Emsig bei der Sache waren einige Jungen, als es darum ging, Löcher für die dicken Eichenpfosten des „Hotels“ zu graben. Nur etwas mussten Kuhlmann und Rabe ihnen dabei noch behilflich sein. Kaum glauben konnten es die Nachwuchs-Handwerker jedoch, dass dieses Holz mehrere hundert Jahre alt ist.

Aber nicht nur werkeln war angesagt, vielmehr gab es auch einiges Wissenswertes von Fachmann Carius: „Es gibt heute schon Insektenhotels verchiedener Art günstig zu kaufen. Die sind zwar sehr dekorativ für den Garten, aber eher wenig dienlich. Sie werden oft von den Insekten nicht angenommen.“ So sei es in erster Linie sehr wichtig, dass die Hölzer, die dafür verwendet würden, nicht von den Stirn-, sondern stets von den Längsseiten angebohrt werden.

„Was aber passiert dann, wenn die Bienen in die Löcher von unseren Lehm-Klötzen gehen?“, wollten die Kinder wissen. „Dabei handelt es sich um Solitärbienen oder -wespen. Diese legen ihre Eier in den Löchern ab, packen noch etwas Futter mit hinein und verschließen sie dann mit einem Pfropfen“, erklärte Carius. „Im darauffolgenden Frühjahr schlüpfen dann die kleinen Bienen.“

Zur Stärkung verteilte Kuhlmann noch leckere Äpfel, die er im Arboretum kurz zuvor geerntet hatte, an alle Helfer.

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